Neuer Hochschulpfarrer für Tübingen

Michael Seibt

Tübingen (ps) – Die Evangelische Studierendengemeinde Tübingen (esg) bekommt einen neuen Hochschulpfarrer: Voraussichtlich im Frühjahr 2010 wechselt der Stuttgarter Pfarrer Michael Seibt als Nachfolger von Pfarrer Dr. Thomas Hörnig und als neuer Kollege von Hochschulpfarrerin Heidi Abe nach Tübingen.

„Ich möchte junge Leute unterstützen, eine christliche Identität zu entwickeln und sich auf dieser Basis für das Gemeinwesen zu engagieren“, erklärte der 54-Jährige nach seiner Wahl. Er war am Dienstagabend von einem 23-köpfigen Wahlgremium mit Vertretern der evangelischen Stiftskirchengemeinde, der Gesamtkirchengemeinde, des Kirchenbezirks sowie fünf Studierenden und einem Hochschullehrer gewählt worden. Zu den aktuellen Studierendenprotesten sagte der künftige Hochschulpfarrer: „Wir haben eine politisch wache Studierendengeneration, die engagiert mitdenkt und berechtigte Forderungen für bessere Rahmenbedingungen an der Hochschule stellt.“ In seiner Arbeit als Hochschulpfarrer möchte Seibt sich Zeit nehmen für persönliche Gespräche mit Studierenden und sich einsetzen für den Erhalt des Schlatterhauses als Begegnungszentrum der Hochschulgemeinde. Daneben wird er für die Organisation der elf-Uhr-Gottesdienste in der Tübinger Stiftskirche zuständig sein: „Ich möchte ansprechende Gottesdienste gestalten, die Herz und Verstand berühren, ermutigen, klären und den Horizont öffnen“, erklärte der Theologe.

Michael Seibt ist in Stuttgart geboren und hat zunächst in Tübingen und Erlangen evangelische Theologie, danach in Stuttgart-Hohenheim Kommunikationswissenschaften und Journalismus studiert. Als Gemeindepfarrer wirkte er in Bopfingen (Ostalbkreis) und Stuttgart-Weilimdorf. Derzeit ist er Pfarrer für Religionsunterricht am Stuttgarter Hegel-Gymnasium und an der Waldorfschule Esslingen. Seit 2007 sitzt Seibt für den als progressiv geltenden Gesprächskreis „Offene Kirche“ in der württembergischen evangelischen Landessynode; dort ist er Vorsitzender des Synodalausschusses für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit.

Ökumenische Energiegenossenschaft in der Evangelischen Akademie gegründet.

Ökumenische Energiegenossenschaft

Für aktiven Klimaschutz und eine „Erneuerung“ der Kirche

Am letzten Freitag, den 13. November 2009, war es soweit. 34 Genossenschafter – unter Ihnen viele aktive und ehemalige AkademiemitarbeiterInnen – trafen sich, um hilfreich begleitet durch Richard Gross vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband, die „Ökumenische Energiegenossenschaft Bad Boll eG“ zu gründen. Anlass der Genossenschaftsgründung ist das kurz vor Fertigstellung stehende neue Übernachtungs- und Tagungsgebäude der Evangelischen Akademie Bad Boll, dessen Dach Platz für eine große Photovoltaik-Anlage von 330 qm Fläche bietet.

Da die Landeskirche als Bauherr nicht selbst initiativ werden wollte, aber das Dach zur Schöpfung bewahrenden Energieerzeugung zur Verfügung stellen will, wird die noch in diesem Jahr in Betrieb gehende Anlage das erste Projekt der Genossenschaft sein, dem im Bereich der Kirchen in Baden-Württemberg noch möglichst viele Projekte – langfristig auch im Bereich Wind, Wasser und Biomasse – folgen sollen. Die Anlage auf dem Akademiedach wird im Jahr etwa 32.000 kWh ins Netz einspeisen und ca. 20 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Die Ökumenische Energiegenossenschaft Bad Boll eG möchte nicht in Konkurrenz zu vorhandenen Bürgerenergiegenossenschaften treten, sondern hat sich zum Ziel gesetzt, Kirchengemeindemitglieder und kirchliche Mitarbeiterinnen als Mitglieder zu gewinnen, gemeinsam die Kraft der Sonne auf kirchlichen Dächern zu nutzen und die Schöpfung zu bewahren, um so die Kirchen im Südwesten, die pro Jahr ca. 500 Millionen Kilowattstunden verbrauchen, zu „erneuern“.

Derzeit wird aktiver Klimaschutz immer noch in die Zukunft vertagt, obwohl die Warnsignale immer deutlicher werden, wie jüngst auch Wissenschaftler belegt haben, dass das Grönlandeis in den letzten 9 Jahren um einen Eisblock von 100 km Länge, 15 km Breite und einem km Höhe abgenommen hat und den globalen Meeresspiegel so um 1 mm pro Jahr erhöht hat. Es fehlen Taten einer Klimadiät und der entschiedene Wechsel hin zu solarer Energienutzung.

Die neu gegründete Genossenschaft ist eine Unternehmensform, die mehrere Vorteile in sich vereint: Sie steht vielen Interessenten offen, auch mit einem schmalen Geldbeutel. Jedes Mitglied hat eine Stimme, egal mit wie viel Geld es beteiligt ist. Die Mindesteinlage beträgt 100 €, maximal kann eine Person oder auch eine Kirchengemeinde sich mit 10.000 € beteiligen. Die Versammlung wählte unter Leitung von Karl Albrecht Schmauder Gerhard Dilschneider, Dietmar Maschke, Dr. Eberhard Müller und Sabine Wettstein in den Aufsichtsrat. Zum Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Kirchenrat i.R. Ernst-Ludwig Vatter bestimmt. Als Vorstände führen in Zukunft Paul Hell, Gunter Kaden, Jobst Kraus und Peter Wabitsch die Geschäfte der Genossenschaft. Die Schirmherrschaft haben u.a. Dr. Erhard Eppler und Prälatin Gabriele Wulz übernommen.

Die Ökumenische Energiegenossenschaft – so einer der Initiatoren, Akademie-Studienleiter Jobst Kraus – möchte mit ihrem Engagement im Bereich erneuerbarer Energie, aber auch durch Anstöße zu einer neuen Klimakultur, Kirchen zu mehr Glaubwürdigkeit verhelfen. Wenn aus den derzeit 90 Mitgliedern, die über 90.000 € Einlagen zugesichert haben, viele werden und nach der einen Anlage auf dem Akademiedach viele kirchliche Dächer solar „besetzt“ werden, werden damit nicht nur Kohle- und Atomstrom überflüssig, sondern auch Arbeitsplätze erhalten und geschaffen. Gerade in Zeiten folgenarmer Betroffenheit, in denen man eigentlich weiß was zu tun ist, aber weiter wirtschaftet, wie gehabt und auf Sachzwänge verweist, die anscheinend nicht veränderbar scheinen, ist die Gründung einer Genossenschaft – kurz vor dem Bußtag –
vielleicht auch ein praktisches Zeichen der Hoffnung.

Rückfragen: Jobst Kraus, 07164-79222; jobst.kraus@ev-akademie-boll.de; und Ernst-Ludwig
Vatter, welvatter@arcor.de; Tel. 0711-7657996..
www.oekumenische-energiegenossenschaft.de

www.oeku.wordpress.com