Schleichendes Ende für Hilfsaktion „Hoffnung für Osteuropa“?

Ob die evangelische Hilfsaktion „Hoffnung für Osteuropa“ noch lange weiterbestehend wird scheint fraglich, sicher ist das sie nicht vom Umzug der Diakonie von Stuttgart nach Berlin betroffen sein wird. Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland werde die Rechtsträgerschaft der Aktion zum Jahresende abgeben, sagte Helmut Pestner am Montag in Stuttgart dem epd. Die Aktion soll künftig dezentral von den Landeskirchen und ihren Diakonischen Werken organisiert werden. Der Standort Stuttgart verliert damit in der bundesweiten Diakonie weiter an Bedeutung, das ganze Ausmaß wird jedoch sicherlich erst mit dem Umzug von „Brot für die Welt“ und der Diakonie Katastrophenhilfe deutlich werden. Das Diakonische Werk Württemberg werde die Aktion jedoch weiterführen, bestätigte dessen Pressesprecher Peter Ruf.

Laut Helmut Pestner haben die Landesverbände „deutliches Interesse“ signalisiert, die Aktion weiterzuführen. Pfarrer Hans Jürgen Steubing, Beauftragte für Ökumenische Diakonie bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (Frankfurt a.M.), sieht darin beispielsweise die Chance, konzentriert und mit einem höheren Identifikationspotenzial jeweils eine kleine Zahl von „Leuchtturmprojekten“ zu finanzieren. Wie die Finanzierung der Hilfsaktion jedoch ohne ein zentral organisiertes professionelles Fundraising zukünftig funktionieren soll, dazu gibt es offenbar keine konkreten Vorstellungen. In der Vergangenheit hat „Hoffnung für Osteuropa“ im Bereich Fundraising insbesondere von der engen Anbindung an „Brot für die Welt“ und die Diakonie Katastrophenhilfe profitiert.

Hauptgrund für die Neuausrichtung seien die Veränderungen in Osteuropa, betonte Steubing. Während sich etwa Slowenien oder die Slowakei zu wirtschaftlich äußerst erfolgreichen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union entwickelt hätten, benötigten Länder wie Weißrussland oder Moldawien noch immer humanitäre Hilfe.

Die 17. Spendenaktion von „Hoffnung für Osteuropa“ wird am 21. Februar zum letzten Mal bundesweit im niedersächsischen Nordhorn eröffnet. Die Aktion wurde 1994 als Antwort auf die Not der Menschen in Mittel- und Osteuropa gegründet. In ihr arbeiten mit die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und das Diakonische Werk der EKD, die evangelischen Landeskirchen und ihre Diakonien, das Gustav-Adolf-Werk, der Martin-Luther-Bund sowie einige Freikirchen.

www.hoffnung-fuer-osteuropa.de

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