Jahresversammlung 2010 der Offenen Kirche Württemberg

Die Offene Kirche, evangelische Vereinigung in Württemberg, beschäftigte sich auf ihrer diesjährigen Jahresversammlung in Stuttgart mit der anstehenden Kirchenreform. Gastredner war Professor Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, Kirchenrat der badischen evangelischen Kirche.

In ihrem Geschäftsbericht stellte die Vorsitzende der Offenen Kirche, Pfarrerin Kathinka Kaden, unter anderem die neue Zeitung „anstöße“ vor. Die Publikation enthält aktuelle Informationen aus der Offenen Kirche und Mitglieder des Vorstands äußern sich dort aus ihrer Sicht zur württembergischen Kirchenpolitik – „anstöße“ wird kostenlos in den Bezirken und Gemeinden verteilt. Das neue Format erhöht die Lesbarkeit und stößt nach Aussage von Frau Kaden auf positive Resonanz – die erste Ausgabe ist bereits vergriffen, sie steht Ihnen jedoch als PDF Datei zum Download zur Verfügung.

Nach der Aussprache über den Geschäftsbericht des Vorstands und des Rechners berichteten die Synodalen der Offenen Kirche Württemberg aus der letzten Sitzung der Landessynode. Sie kritisierten dabei insbesondere die Entscheidung der Präsidentin Dr. Christel Hausding, eine beantragte Aktuelle Stunde über das Thema Missbrauch im Raum der Kirchen nicht auf die Tagesordnung zu nehmen.

Download:

Geschäftsbericht Offene Kirche Württemberg 2009

Zeitschrift „anstöße“ 1/2010


Ausstellung von Rainer Ganahl im Hospitalhof

Die Ausstellung Holzwege. Ein Passionsspiel von Rainer Ganahl wird mit einem Gottesdienst mit Bildpredigt und Orgelimprovisation zu einer der Arbeiten von Ganahl am Sonntag, 18. April 2010 um 10 Uhr und einer Vernissage um 11.15 Uhr eröffnet. Die Bildpredigt und die Einführung in das Werk von Ganahl verantwortet Helmut A. Müller, die Orgelimprovisation KMD Jürgen Schwab.

Am Ausstellungsort Hospitalhof und Hospitalkirche Stuttgart interessiert Rainer Ganahl, der als Professor an der Kunstakademie Stuttgart lehrt, die dort seit über 500 Jahren gewachsene Verbindung von Religion, Wissenschaft, Kunst , Gesellschaft und Politik und der Schatten, der in der Zeit des Nationalsozialismus auf den Ort gefallen ist. Teile des 1536 säkularisierten und ab dem 19. Jahrhundert als Polizeigefängnis genützten ehemaligen Dominikanerklosters dienten ab 1933 als Übergangsgefängnis in Konzentrationslager und waren in der Bevölkerung als „Büchsenschmiere“ verschrien. So wurde der am 23. Juni 1933 in Stuttgart verhaftete Reichstagsabgeordnete der württembergischen SPD Erich Roßmann auf dem Weg ins KZ auf dem Heuberg in der Büchsenschmiere untergebracht.

Ganahls Konzept für diese Ausstellung besteht darin, den vielen geschichtlichen Funktionen dieses Ortes Arbeiten zuzuordnen, die sich mit den Interessen seiner Kunst überschneiden. Diese Schnittpunkte realisiert er wiederum in Bezug auf die Tradition von Kunst an sakralen Orten in Form von Holzschnitzereien. So finden sich zum Beispiel das berühmte Karl Marx Zitat „Die Religion ist das Opium des Volkes“ genauso in der Ausstellung wie ein Video and Photos seines Karl Marx Leseseminars, das im Hospitalhof abgehalten wurde.

Die dunkelste Zeit des Hospitalhofs im 20. Jahrhundert war seine Zeit als so genannte „Büchsenschmiere.“ Ganahl adressiert dieses Stadium einerseits durch das Holzreliefs eines Wikipedia-Bildes von verwendeten, in Auschwitz gefundenen Zyklon B Gasbüchsen visualisiert und andererseits durch das Portrait einer ehemaligen Stuttgarterin, Hannelore Marx, die in den Osten deportiert wurde, glücklicherweise überlebt hat und heute noch in New York lebt.

Die Ausstellung wird abgerundet mit zwei weiteren Arbeiten zu Alfred Jarry, der als Dichter, Dramaturg, Fahrradfanatiker, Absinthmystiker und Pataphysiker das Interesse von Ganahl auf sich zog.

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 14-17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11-12.30 Uhr geöffnet.

Alle Termine zur Ausstellung und Führungen unter www.hospitalhof.de

Denkmalschutz für Behnisch-Bau Haus Birkach

Haus Birkach

Das Land Baden-Württemberg hat das vom Architekten Günter Behnisch entworfene Haus Birkach als Kulturdenkmal eingestuft. Damit werden die notwendigen Sanierungsarbeiten zur Erfüllung der Brandschutzvorschriften voraussichtlich noch teurer als geplant. Die abwartende Haltung der Landeskirche, die die Brandschutzmaßnahmen erst bis zum August 2011 umsetzen wollte, führt nun wahrscheinlich zu erheblichen Mehrkosten. Zwei Millionen Euro wurden veranschlagt – ob es bei diesem Betrag bleibt, ist fraglich. Stammt die Kostenschätzung doch aus der Zeit, als Haus Birkach noch nicht als Kulturdenkmal galt. „Grundsätzlich ist Denkmalschutz mit Mehrkosten verbunden“, erklärt Clemens Homoth-Kuhs, der Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart der Stuttgarter Zeitung. württembergische Landeskirche muss Haus Birkach sanieren. Das fordert die Stadt. Der vorhandene Brandschutz entspricht nicht mehr den gängigen Richtlinien (wir berichteten). Für die Arbeiten wird ein zweistelliger Millionenbetrag fällig. Ein Abriss des Hauses Birkach, über den in der Vergangenheit schon spekuliert wurde, ist mit der Entscheidung des RPs hinfällig – ein Verkauf wird künftig wohl aufgrund der Auflagen die der Eigentümer zu erfüllen hat wohl ebenfalls nicht mehr realisieren sein. Das dürfte wohl vor allem die Mitarbeiter des Studienzentrums freuen.

Sillenbuch – eine einladende Kirchengemeinde

Martin-Luther-Kirche in Sillenbuch

Die evangelische Kirchengemeinde Sillenbuch schrumpft, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Der Sillenbucher Pfarrer Dr. Hans-Ulrich Gehring sieht das aber nicht als Horrorszenario, sondern als nüchterne Tatsache an, „auf die wir uns alle einstellen müssen“. Er macht dafür den demographischen Wandel verantwortlich. „Die alten Leute sterben weg, und immer weniger werden geboren. Das ist der Blick in die Zukunft.“ Aber nicht der einzige Grund für den Schwund: Im vergangenen Jahr sind zwei Menschen in die Gemeinde eingetreten. Dem standen 21 Austritte gegenüber.

Weniger Gläubige heißt weniger Geld für die Gemeinde. Momentan verfügt sie über ein Haushaltsvolumen von etwas mehr als 1,2 Millionen Euro. Als größte Herausforderung stuft Gehring die Aufgabe ein, trotz begrenzter Mittel eine einladene Kirchengemeinde zu bleiben. In Sillenbuch sei die Situation im Moment aber noch entspannt, „da viele junge Familien in unseren ältesten Stadtbezirk Stuttgarts ziehen“. Für die wird viel angeboten in der Martin-Luther-Kirche und dem Äckerwaldzentrum.

Probleme bereitet dagegen der Kontakt zu Kinderlosen und Alleinlebenden. Angebote für diese Gruppen sollen deshalb von den 18 Haupt- und 126 Ehrenamtlichen gefördert werden, „weil es eine wachsende Gruppe ist, und weil wir denen auch zeigen wollen, dass Kirche etwas für sie sein könnte“, sagt Gehring. (Quelle: Stuttgarter Zeitung)

Mehr Informationen über die Aktivitäten der Kirchengemeinde Sillenbuch: www.evang-kirche-sillenbuch.de

Neues „darum-journal“ des EMS erschienen

In der neuen Ausgabe des „darum-journals“ berichtet das Evangelische Missionswerk in Südwestdeutschland über südafrikanische Christen und Christinnen, die in der Herrnhuter Tradition ihr Gemeindeleben gestalten. Außerdem gibt es aktuelle Informationen über das erste Klimaprojekt des EMS auf Bali und über die kirchliche Friedensarbeit in Nigeria.

Download \“darum-journal\“ 2010/2

Dritter Platz für Deutschland – bei Rüstungsexporten

Nach dem neuesten Bericht des Friedensforschungsinstitutes Sipri sind die weltweiten Rüstungsexporte zwischen 2005 und 2009 um 22 Prozent gegenüber dem Zeitraum 2000 bis 2004 gestiegen. Deutschland hat in den Jahren 2005 bis 2009 mit fast elf Prozent am Welthandel mit konventionellen Rüstungsgütern seinen Anteil fast verdoppelt und nimmt damit Platz drei der Exporteure hinter den USA und Russland ein.

Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) hat in ihrem jüngsten Bericht über deutsche Rüstungsausfuhren im Jahr 2008 einen Anstieg von 36,5 Prozent auf 5,78 Milliarden Euro festgestellt. An erster Stelle stehen dabei Kriegsschiffe, gefolgt von Panzern; auch der Export von kleinen und leichten Waffen macht noch ein Volumen von 176,6 Millionen Euro aus. Sie gehen in großem Umfang auch an sogenannte Drittstaaten, die nicht in der NATO oder der EU sind, wie Singapur, Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Pakistan. Hinzu kommen Zulieferungen an Rüstungshersteller in anderen europäischen Staaten.

Für die GKKE ist die Rüstungsexportpolitik ein Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der deutschen Außenpolitik als Friedenspolitik. Erstes Kriterium ist dabei, ob die eigenen Maßstäbe eingehalten werden. Die GKKE stellte fest, dass auch im Jahr 2008 deutsche Rüstungsausgaben an Staaten genehmigt wurden, die den Kriterien EU-Verhaltenskodexes für Rüstungsexporte von 2008 nicht genügen. Nach Erhebungen des Internationalen Konversionszentrums Bonn (BICC) trifft dies auf 51 Staaten zu, die 2.554 Lizenzen im Wert von 1,16 Milliarden Euro erhalten haben.

4. Jugendkirchenfestival vom 27.3. bis zum 23.5.2010

Mit einem facettenreichen Gottesdienst in der Nacht zum Palmsonntag beginnt das diesjährige Jugendkirchenfestival in der Martinskirche. Den Auftakt gestalt die Nordgemeinde gemeinsam mit dem Team um Jugendpfarrerin Petra Dais.

Gottesdienst zur Eröffnung des Jugendkirchenfestivals
Samstag, 27. März
21 Uhr
Martinskirche

Download

Veranstaltungsprogramm Jugendkirchenfestival 2010 (PDF)