Kinderfreundlichste Großstadt Deutschlands? – Stadt Stuttgart bemüht sich um Lösung zur Finanzierung kirchlicher Kitas

Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, entschärft sich die Auseinandersetzung zwischen den Kirchen und der Stadt über die Finanzierung der Kitas. Am Dienstag hatte Stuttgarts OB Wolfgang Schuster, der Stuttgart einst zur kinderfreundlichsten Großstadt Deutschlands machen wollte, die Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche zu einem Spitzengespräch ins Rathaus geladen. Es konnte kein Durchbruch erzielt werden, die Stadt Stuttgart realisiert aber wohl nach und nach welche Konsequenzen die Kündigung des Versorgungsauftrages durch die evangelische Kirche für die Stuttgarter Familien hat. „Trotz der schlechten Finanzlage bemüht sich die Stadt, den Kirchen eine angemessene Erhöhung der Zuschüsse für die Personalkosten für die Kitas zu gewähren“, versicherte Katrin Lebherz, die Sprecherin der Stadt.

Feste Zusagen seitens der Stadt allerdings gab es keine, stattdessen die Aussicht auf Zuwendungen des Landes. Die Stadt erwartet Gelder aus der Umsetzung des Orientierungsplanes in den Kitas, jedoch ist unklar, wann und in welcher Höhe. Offen ist auch, an welche Bedingungen die Verteilung der Landeszuschüsse geknüpft ist.

Dementsprechend zurückhaltend ist Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich, der an der Kündigung des Versorgungsvertrages für die Kitas festhält und der auch die Haushaltssperre aufrechterhalten will. „Solange wir nicht wissen, wie viel Geld wir von der Stadt bekommen, nehmen wir weiterhin keine Renovierungen in unseren Kitas vor. Aber auch Ehrlich erkennt die Bemühungen der Stadt an: „Wir sehen, dass die Stadt nach einer pragmatischen Lösung sucht.“

Die Auseinandersetzung hatte sich an den Ergebnissen der Haushaltsberatungen entzündet. Die Kirchen hatten vom Gemeinderat weniger Gelder zugesprochen bekommen als erwartet. Während die beiden Kirchen für ihre Kitas nur 80 Prozent der Kosten erstattet bekommen, sind es bei Eltern-Kind-Initiativen und anderen freien Trägern 90 Prozent. Die Kirchen hatten diese Ungleichbehandlung jahrelang akzeptiert, sind dazu aber angesichts sinkender Kirchensteuern nicht mehr bereit. Problematisch für Kirchen ist zudem, dass die Personalkosten in den Kitas seit 2007 um 6,8 Prozent gestiegen sind, bis jetzt jedoch nur zwei Prozent von der Stadt getragen werden. Den Kirchen, die insgesamt 9200 Kitaplätze bereitstellen, fehlt jeweils eine Million Euro an Einnahmen. (Quelle: Stuttgarter Zeitung)

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