Ausstellung von Rainer Ganahl im Hospitalhof

Die Ausstellung Holzwege. Ein Passionsspiel von Rainer Ganahl wird mit einem Gottesdienst mit Bildpredigt und Orgelimprovisation zu einer der Arbeiten von Ganahl am Sonntag, 18. April 2010 um 10 Uhr und einer Vernissage um 11.15 Uhr eröffnet. Die Bildpredigt und die Einführung in das Werk von Ganahl verantwortet Helmut A. Müller, die Orgelimprovisation KMD Jürgen Schwab.

Am Ausstellungsort Hospitalhof und Hospitalkirche Stuttgart interessiert Rainer Ganahl, der als Professor an der Kunstakademie Stuttgart lehrt, die dort seit über 500 Jahren gewachsene Verbindung von Religion, Wissenschaft, Kunst , Gesellschaft und Politik und der Schatten, der in der Zeit des Nationalsozialismus auf den Ort gefallen ist. Teile des 1536 säkularisierten und ab dem 19. Jahrhundert als Polizeigefängnis genützten ehemaligen Dominikanerklosters dienten ab 1933 als Übergangsgefängnis in Konzentrationslager und waren in der Bevölkerung als „Büchsenschmiere“ verschrien. So wurde der am 23. Juni 1933 in Stuttgart verhaftete Reichstagsabgeordnete der württembergischen SPD Erich Roßmann auf dem Weg ins KZ auf dem Heuberg in der Büchsenschmiere untergebracht.

Ganahls Konzept für diese Ausstellung besteht darin, den vielen geschichtlichen Funktionen dieses Ortes Arbeiten zuzuordnen, die sich mit den Interessen seiner Kunst überschneiden. Diese Schnittpunkte realisiert er wiederum in Bezug auf die Tradition von Kunst an sakralen Orten in Form von Holzschnitzereien. So finden sich zum Beispiel das berühmte Karl Marx Zitat „Die Religion ist das Opium des Volkes“ genauso in der Ausstellung wie ein Video and Photos seines Karl Marx Leseseminars, das im Hospitalhof abgehalten wurde.

Die dunkelste Zeit des Hospitalhofs im 20. Jahrhundert war seine Zeit als so genannte „Büchsenschmiere.“ Ganahl adressiert dieses Stadium einerseits durch das Holzreliefs eines Wikipedia-Bildes von verwendeten, in Auschwitz gefundenen Zyklon B Gasbüchsen visualisiert und andererseits durch das Portrait einer ehemaligen Stuttgarterin, Hannelore Marx, die in den Osten deportiert wurde, glücklicherweise überlebt hat und heute noch in New York lebt.

Die Ausstellung wird abgerundet mit zwei weiteren Arbeiten zu Alfred Jarry, der als Dichter, Dramaturg, Fahrradfanatiker, Absinthmystiker und Pataphysiker das Interesse von Ganahl auf sich zog.

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 14-17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11-12.30 Uhr geöffnet.

Alle Termine zur Ausstellung und Führungen unter www.hospitalhof.de

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