Evangelische Kirchengemeinden in Stuttgart verkaufen Gemeindehäuser und Kirchen

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, planen zur Zeit viele evangelische Kirchengemeinden in Stuttgart sich aufgrund sinkender Mitgliederzahlen  von Gemeindehäusern und Kirchen zu trennen. In Feuerbach sollen zwei Kirchen verkauft werden: In die Föhrichkirche soll die russisch-orthodoxe Kirche einziehen, und für die Lutherkirche suche man nach künftigen Nutzern, so Gemeindepfarrer Timmo Hertneck.

Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich sieht aufgrund der Entwicklung der Mitgliederzahlen  keine Alternative zum Verkauf von Gemeindehäusern und Kirchen. „Wir haben nur noch halb so viele Mitglieder wie vor 30 Jahren, also brauchen wir auch nur halb so viele Immobilien.“ sagte Ehrlich der Stuttgarter Zeitung. Die evangelische Kirche in Stuttgart schrumpfte von 390.000 Mitgliedern Ende der 1950er Jahre auf 164.100 heute. Nach Aussage des Statistikamtes in Stuttgart muss die evangelische Kirche bis 2020 jedoch noch mit einem weiteren Schwund um 49.000 Protestanten rechnen.

In den vergangenen fünf Jahren hat die evangelische Kirche in Stuttgart bereits acht Gemeindehäuser und Wohnungen verkauft und damit sechs Millionen Euro erlöst.

In der evangelische Gemeinde in Mönchfeld sind von einst 3000 Mitgliedern noch 900 übrig geblieben. Die Gemeinde hat sich daher entschlossen ihr Gemeindehaus zu verkaufen, den Kirchturm zu sprengen und das Grundstück an einen Investor zu veräußern, der dort ein achtstöckiges Wohnhaus errichtet. Zugleich wurde die Kirche aus den 1960er Jahren für 1,1 Millionen Euro radikal umgebaut. In dem Gotteshaus wurde eine zusätzliche Ebene eingezogen, der obere Raum wird jetzt für Gottesdienste genutzt, unten finden sich die Gemeinderäume. „Durch den Umbau und den Verkauf ist die Gemeinde von einer erdrückenden finanziellen Last befreit“, sagt Pfarrerin Jutta Maier der StZ. Inzwischen sei die umgebaute Kirche zur architektonischen Pilgerstätte geworden und andere Gemeinden informieren sich, wie man einen solchen Umbau realisieren kann.

Auch in der Gedächtnis- und Rosenberggemeinde im Stuttgarter Westen wechselt ein Gemeindehaus den Besitzer. Die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg (GWG) wird im Rosenbergzentrum betreutes Wohnen für Senioren einrichten, die Umbauten sollen noch in diesem Jahr starten. Bereits im Sommer soll parallel dazu der Umbau der Rosenbergkirche beginnen, auch hier sollen wie in Mönchfeld Gemeinderäume in die Kirche integriert werden.

Größere Veränderungen stehen auch im Stuttgarter Osten an: Die Lutherhauskirche in der Raitelsbergsiedlung geht an einen Investor aus dem Rems-Murr-Kreis. In der Reformkirche, die Kirchensaal, Gemeinderäume, Kindergarten und Wohnungen unter einem Dach vereint, sollen Wohnungen entstehen. Die Gemeinde aber will einen Gemeinderaum und den Kindergarten behalten.

An einem Gebäudekonzept wird seit Monaten auch in der Nordgemeinde gearbeitet. Das Ergebnis: die Christophskirche soll verkauft werden, die drei anderen Kirchen aber im Bestand bleiben. Interesse an dem Gebäudekomplex Christophskirche hat die evangelische Heimstiftung, die das Gemeindezentrum in ein Altenpflegeheim mit 80 Plätzen umwandeln will. Drei Bedingungen aber stellt die Gemeinde an die Heimstiftung: Der Gottesdienstraum und der Kindergarten müssen erhalten bleiben, und die Gemeinde muss die Möglichkeit haben, Räume zu nutzen. (Quelle: Stuttgarter Zeitung)

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Alte Kirche – junge Menschen – Vortrag von Prof. Dr. Martin Weingardt zu kirchlichen Bildungsarbeit

Prof. Dr. Martin Weingardt

Für den Jahresempfang der Offenen Kirche Stuttgart konnten wir in diesem Jahr den Leiter der Abteilung Schulpädagogik im Institut für Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, Herrn Prof. Dr. Martin Weingardt gewinnen. Über 100 Gäste hörten in der Kapelle des Alten Schlosses in Stuttgart seinen Vortrag zum Thema „Alte Kirche – junge Menschen“ in dem er sich mit den Perspektiven der kirchlichen Bildungsarbeit mit jungen Menschen beschäftigte.

Prof. Dr. Weingardt geht in seinem Vortrag drei zentralen Fragen nach, die er für zielführend hält, wenn es um die Zukunft des Verhältnisses der alten Kirche und der jungen Menschen geht. Exemplarisch tut er dies am Beispiel der kirchlichen Jugendarbeit.

1. Frage: Warum soll ich mich als Jugendlicher denn mit euch befassen: Was gebt ihr mir, was ich nicht schon habe oder andere mir nicht noch besser bieten können?

2. Frage: Entspricht unsere Arbeit nach Ziel und Form den Interessen- und Bedürfnislagen der heutigen Jugendlichen?

3. Frage: Welche gesellschaftliche Funktion kann die außerschulischen Jugendbildung künftig erfüllen?

Herr Prof. Dr. Weingardt liefert fachlich kompetente und oft überraschend Antworten auf diese Fragen und war so freundlich der Offenen Kirche Stuttgart seinen Vortrag zur Veröffentlichung Verfügung zu stellen.

Download Vortrag: Alte Kirche- Junge Menschen Perspektiven der kirchlichen Jugendarbeit mit jungen Menschen

Wenn Sie Interesse an einem Besuch unseres Jahresempfanges haben laden wir Sie gerne zu unserer nächsten Veranstaltung ein – schicken Sie uns einfach Ihre Kontaktdaten an  ok-stuttgart@web.de und wir informieren Sie rechtzeitig über unseren Jahresempfang 2011.

Ökumenischer Kirchentag 2010 in München

Vom 12. bis 16. Mai 2010 findet in München das zweite Treffen evangelischer und katholischer Christen statt. An den fünf Tagen rechnen die Veranstalter mit über 100.000 Teilnehmern. Während des Kirchentages in München finden fast 3.000 Veranstaltungen statt. Das Spektrum reicht von Workshops, Präsentationen, Gottesdiensten Konzerten und Vorträgen bis zu Bibelarbeiten und Podiumsdiskussionen.

Der zentrale Eröffnungs- und Schlussgottesdienst wird auf der Theresienwiese gefeiert, weitere Gottesdienste auf dem Odeons- und Marienplatz. Auf dem Münchner Messegelände findet der Großteil des Programms statt. Auch in die Innenstadt und ins Olympiazentrum lädt der 2. ÖKT zu zahlreichen Diskussionen, Foren und Ausstellungen ein.

Das Programmheft mit seinen vielfältigen Informationen zu den thematischen, geistlichen und kulturellen Angeboten des ökumenischen Großereignisses ist nicht nur gedruckt, sondern auch über eine Programmdatenbank im Internet zugänglich. Unter www.oekt.de/programm können Sie das Programm als PDF herunterladen oder sich über eine Datenbank  ihr persönliches ÖKT-Programm zusammenstellen. Für Mobilgeräte steht die Datenbank demnächst zusätzlich unter mobil.oekt.de bereit.

Danke für diesen guten Morgen

Martin-Gotthard-Schneider

Der Komponist des Liedes „Danke für diesen guten Morgen“, Martin Gotthard Schneider, wird 80 Jahre alt.

Seine Komposition war als bisher einziges Kirchenlied sechs Wochen lang in den Charts der deutschen Hitparade: „Danke, für diesen guten Morgen, danke, für jeden neuen Tag“. Dieses Lied hat den evangelischen Theologen und Kirchenmusiker Martin Gotthard Schneider, der am 26. April 80 Jahre alt wird, in der ganzen Welt bekanntgemacht. 1961 trat der Song in evangelischen Kirchen und weit darüber hinaus seinen Erfolgszug an. Nach Angaben des Gustav Bosse Verlags (Kassel) wurde es in mehr als 25 Sprachen übersetzt.

Die Popularität des „Danke“-Liedes, das in das Evangelische Gesangbuch aufgenommen wurde, ist dem Verlag zufolge noch heute ungebrochen. Auf Kirchentagen, Gemeindefesten und in Jugendgottesdiensten gehöre es seit knapp fünf Jahrzehnten zu den „meistgesungenen geistlichen Liedern überhaupt“. Die Popgruppe „Die Ärzte“ hat in ihren Anfangsjahren Text und Melodie in einer leichten Punkfassung auf den Markt gebracht. Bereits 1963 gelangte es in einer Schallplatteneinspielung des Botho-Lucas-Chors in die Charts der deutschen Hitparade.

Schneider schuf neben dem „Danke“ Lied noch zahlreiche weitere neue geistliche Lieder. 1975 erschien sein Liederbuch „Sieben Leben möcht ich haben“. Vor allem über die Deutschen Evangelischen Kirchentage wurden auch die Lieder „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ oder „Ein neuer Tag beginnt“ bekannt.

Was den einen als zu kitschig und banal erschien, war für andere vor allem in den 60er und 70er Jahren Ausdruck einer Aufbruchstimmung: Weg von der „Ein-Mann-Veranstaltung des Pfarrers“ und hin zu eigenen Formen, um den Glauben neu und verständlich zum Ausdruck zu bringen. Schneider traf damit den Zeitgeist einer Generation, die sich in den Kirchengemeinden nach neuen Liedern sehnte, begleitet von anderen Instrumenten als der Orgel. Und das Lied wurde fast täglich in den deutschen Radiosendern gespielt und von unzähligen Chören nachgesungen.

Schneider schrieb „Danke“ 1961 als Beitrag zu einem Wettbewerb der Evangelischen Akademie Tutzing für neue geistliche Lieder und gewann den ersten Preis. Die Melodien sollten mit Hilfe musikalischer Mittel aus Jazz und Unterhaltungsmusik gestaltet werden. Allerdings habe sich damals auch „vehementer Protest“ geregt, sagte Schneider einst dem epd. Theologen und Kirchenmusiker hätten sich zunächst von dem „Kirchenschlager“ distanziert, weil ihnen die Melodie zu simpel und der Text zu plakativ erschienen sei. (Quelle Text/Bild: epd)

„Zwischen Mondstaub und Hühnerdreck“ – neues Theaterstück des teatro piccolo

„Zwischen Mondstaub und Hühnerdreck“ heißt das neue Stück des teatro piccolo der Evangelischen Jugend Stuttgart (ejs), nach der Erzählung „Ein sehr alter Herr mit riesengroßen Flügeln“ von Gabriel Garcia Marquez. „Die Welt war trostlos in ihrem Dorf. Drei Tage und Nächte hatte es geregnet. Das Meer und der Himmel waren ein einziges Aschgrau und der Sand des karibischen Strandes hatte sich in einen Brei aus Schlamm und verfaulten Seemuscheln verwandelt. … Er musste ganz nahe herantreten, um zu sehen, dass ein alter Mann war, der mit dem Gesicht im Schlamm lag und sich trotz großer Anstrengung nicht aufrichten konnte, weil ihn seine Flügel daran hinderten. Sein beklagenswerter Zustand eines durchnässten Urgroßvaters hatte ihn aller Größe beraubt. Das Urteil der Nachbarin, die alle Dinge des Lebens und des Todes kannte, war eindeutig: ‚Es ist ein Engel…’“ – Mit diesem Zitat stimmt das teatro piccolo auf seine neue Produktion ein.

Premiere:
23.04.10   20:00 Uhr

Veranstaltungsort:

teatro piccolo im Haus 44

Fritz-Elsas-Str. 44
70174 S-Mitte

Alle weiteren Aufführungstermine finden Sie unter www.teatro-piccolo.de

Kontakt:

teatro piccolo
187 71 – 22
teatro@ejus-online.de

Publik-Forum-Lesertreffen am 19.4.2010 in Stuttgart

am Montag, dem 19. April, findet wieder ein Publik-Forum-Lesertreffen statt. Der offene Gesprächskreis diskutiert über Themen aus den aktuellen Ausgaben von Publik-Forum.
Veranstaltungsort: Ev. Gemeindezentrum Leonhard,
Christophstr. 34, 70180 Stuttgart, Beginn: 19.30 Uhr
Kontakt: Maximilian Heubach, 07151/279463

Die Leserinitiative Publik e.V.

  • wurde 1972 gegründet, nachdem die Mehrheit der katholischen Bischöfe die »zu kritische« Wochenzeitung Publik einstellte
  • gibt seither alleine und wirtschaftlich unabhängig von Banken und Kirchen die Zeitschrift Publik-Forum heraus
  • hat derzeit, stetig zunehmend, ca. 1300 Mitglieder
  • sichert die redaktionelle Unabhängigkeit
  • stärkt damit jenen Kräften den Rücken, die sich für die Freiheit der Meinungsäußerung in der Kirche, für die Einheit der Christen und für eine eindeutige Option für die Entrechteten und Armen einsetzen
  • feierte im Jahr 2002 mit Publik-Forum ihren 30. Geburtstag mit einer Jubiläumsausgabe. Darin sind zahlreiche Informationen und Geschichten zur Entstehung und Entwicklung der »Zeitung kritischer Christen« zu finden: 30 Jahre Publik-Forum: Zukunft gestalten

Die Leserinitiative Publik e.V.

  • entwickelt sich und Publik-Forum stetig weiter zu einem NGO-Projekt (Nicht-Regierungsorganisation), dessen Arbeit auf die gesamte Gesellschaft einschließlich der Kirchen bezogen ist
  • führt mit interessanten Partnern »vor Ort« Lesertreffen zu aktuellen, brisanten und wichtigen Themen durch. 
  • unterstützt politisch und kirchlich wichtige Projekte in Europa, Asien, Afrika und Übersee
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FAIR HANDELN und Slow Food 2010 vom 15.4. bis 18.4.2010 auf der Stuttgarter Messe

„Gut, sauber und fair“ lautet das Motto der weltweit agierenden Slow Food Vereinigung, die heute rund 80.000 Mitglieder zählt, davon mehr als 10.000 allein in Deutschland. Tendenz steigend und auch das Interesse der Bevölkerung an Slow Food-Produkten nimmt weiter zu. Zum vierten Mal organisiert die Messe Stuttgart vom 15.4. bis zum 18.4.2010 zusammen mit Slow Food Deutschland als ideellem Partner den Markt des guten Geschmacks, die Slow Food Messe, im neuen Messegelände.

Wie im Vorjahr findet parallel zur Slow Food Messe 2010 die FAIR HANDELN Internationale Messe für global verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln statt. Am Donnerstag, 15. April, wird es eine gemeinsame Eröffnungsveranstaltung geben. Zudem kann man am Abend des ersten Messetages bei der „Nacht der Sinne“ dieselben in drei Messehallen umherschweifen lassen. Probieren, Flanieren und Einkaufen umrahmt von Zimbal-Musik des Ensembles aus dem Gastland Tschechien.

Auch die evangelische Landeskirche Württemberg ist auf der FAIR HANDELN vertreten: Am Eingang Ost können die Besucher Informationen zu Kirchlichen Diensten und Einrichtungen wie Brot für die Welt bekommen. Auch zu Veranstaltungen der Landeskirche kann man dort mehr erfahren. Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter des Teams der Kirchlichen Dienste nehmen sich Zeit für Sie, Ihnen als hilfsbereiter Gesprächspartner für alle Fragen des Lebens, Glaubens und über die Kirche bereitzustehen. Außerdem wird täglich von 12.45 – 13.00 Uhr im Raum der Stille (Eingang Ost- im Atrium, gegenüber der Garderobe) eine Andacht angeboten.

Weitere Informationen zur FAIR HANDELN