Spendenbereitschaft 2009 gesunken

Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist 2009 gesunken. Gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich das Spendenvolumen um 3 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis der „Bilanz des Helfens“, einer vom Deutschen Spendenrat e.V. bei der GfK Panel Services Deutschland in Auftrag gegebenen Studie, die regelmäßig den Spendenmarkt analysiert.

Das Spendenaufkommen entwickelte sich vor allem in der ersten Jahreshälfte 2009 deutlich rückläufig. Im zweiten Halbjahr lag es hingegen fast auf Vorjahresniveau. Auslöser für die Spendenbereitschaft im Herbst waren vor allem Naturkatastrophen in Südostasien, wie der schwere Wirbelsturm auf den Philippinen und das Erdbeben auf Sumatra, die Ende September 2009 weltweit für Anteilnahme sorgten. Insgesamt reduzierten sich die Zuwendungen an Hilfsorganisationen, gemeinnützige Organisationen und Kirchen jedoch um rund 65 Millionen Euro gegenüber dem Jahr 2008. Auch die Zahl der privaten Spender war im letzten Jahr deutlich rückläufig. Die Spenderquote sank erstmals knapp unter die 20 Prozentmarke.

Besonders gebefreudig zeigten sich weiterhin die Älteren. Rund die Hälfte des Spendenvolumens kam von Personen mit einem Alter von 60 Jahren oder darüber. Diese Altersgruppe ist von der Finanzkrise allerdings auch weit weniger betroffen und verfügt über hohe finanzielle Mittel – dies wird sich in den nächsten Jahrzehnten allerdings radikal ändern, da die nächsten Generationen im Alter über weit weniger Geld verfügen werden. Da den Spendenorganisationen schon heute der „Nachwuchs“ fehlt müssen sie sich für die Zukunft also auf wesentlich geringere Einnahmen einstellen.

Gerade auch die Fusion von „Brot für die Welt“ und dem Evangelischen Entwicklungsdienst und der geplante Umzug von Stuttgart nach Berlin sollten unter diesen finanziellen Vorzeichen für die Zukunft kritisch überdacht werden. Nur wenn die Spendeneinnahmen für „Brot für die Welt“ und die Diakonie Katastrophenhilfe weiter konstant bleiben wird das neue Werk auch die erwarteten Steuermittel erhalten. Die Spendengelder stellen den notwendigen Eigenanteil dar, den der Bund zur Voraussetzung für seine finanzielle Unterstützung macht. Sinken also die Spendengelder, sinken auch die Gelder aus Steuermitteln und damit könnte sich künftig die Einnahmesituation großer Spendenorganisationen in den nächsten Jahren drastisch verschärfen. Teure Umzüge von Stuttgart nach Berlin erscheinen unter diesen Vorzeichen doppelt fragwürdig.

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