Offene Kirche Stuttgart gratuliert Winfried Kretschmann

Winfried Kretschmann leistet seinen Amtseid

Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Die Offene Kirche Stutgart gratuliert Winfried Kretschmann (Grüne) zur Wahl als neuem baden-württembergischen Ministerpräsidenten und wünscht ihm für seine Arbeit Gottes Segen.  Der frühere Grünen-Fraktionschef erhielt in Stuttgart 73 von 138 Stimmen. Da die grün-rote Koalition 71 Abgeordnete hat, bekam der 62-Jährige mindestens zwei Stimmen aus den Reihen der Opposition von CDU und FDP.

Wolfgang Teske scheidet aus Diakonie-Vorstand aus

Wolfgang Teske | © privat / DW EKD

Nach Klaus-Dieter Kottnik verlässt nun auch der Vorstand für Wirtschaft und Finanzen Wolfgang Teske das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Nach Darstellung des württembergischen Landesbischofs Frank Otfried July, Vorsitzender des Aufsichtsgremiums, sind inzwischen alle Vorwürfe geklärt, die bei Auftragsvergaben des Vorstandes an eine Stuttgarter Beratungsfirma im Umfang von 731.000 Euro aufgetreten waren. Korruptionsgerüchte hatten die Runde gemacht, als 2010 bekannt wurde, dass der persönliche Referent des damaligen Diakoniepräsidenten Klaus-Dieter Kottnik stiller Teilhaber einer Beratungsfirma war, die auch die Diakonie beriet. Kurze Zeit später trat Kottnik aus gesundheitlichen Gründen zurück. Der im November 2010 vorgelegte Bericht einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft deckte auf, dass die Unternehmensberatung ihr Auftragsvolumen unbemerkt um das 2,5-Fache überschritten hatte. Die Entlastung des Vorstands wurde daraufhin mehrfach verschoben.

Die Diakonie werde zukünftig ein effektiveres Controlling im Bundesverband einführen, für das Wolfgang Teske in der Vergangenheit mitverantwortlich war, versicherte der württembergische Landesbischof July der auch Vorsitzender des Aufsichtsgremiums des Diakonischen Werkes ist.

Seit September 2010 haben damit drei der vier Vorstandsmitglieder des evangelischen Wohlfahrtsverbandes haben den Spitzenverband verlassen: Der frühere Diakoniepräsident Klaus-Dieter Kottnik war im September zurückgetreten. Für den Rücktritt wurden gesundheitliche Gründe genannt. Seit 15. Januar leitet der frühere Vorstandsvorsitzende der Diakonie in Baden, Johannes Stockmeier, als Präsident die Bundesdiakonie. Er war am 9. Dezember in Kassel von der Diakonischen Konferenz gewählt worden.

Vizepräsident Wolfgang Teske verlässt den Verband zum 30. April und wird Kaufmännischer Vorstand des Diakonischen Werkes Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland mit Sitz in Halle. Der sozialpolitische Vorstand der Diakonie, Kerstin Griese, ist zum Jahreswechsel als SPD-Abgeordnete in den Bundestag zurückgekehrt, nachdem sie eine Zeit lang beide Ämter gleichzeitig wahrgenommen hatte.

Landessynodaler der Offenen Kirche in den Landtag gewählt

Rainer Hinderer | Offene Kirche

Rainer Hinderer | © Evangelische Landeskirche Württemberg

Mit Rainer Hinderer (SPD)  gehört dem neuen Landtag von Baden-Württemberg auch ein Synodaler der Offenen Kirche an.

Der gelernte Schreiner und Diplom-Sozialarbeiter, Rainer Hinderer (48), aus Heilbronn engagiert sich seit mehr als zwei Jahrzehnten hauptberuflich in unterschiedlichsten sozialen Einrichtungen. Seit 1995 ist Hinderer Geschäftsführer und Vorstand der Jugendwerkstätten, der diakonischen Jugendberufshilfeeinrichtung für den Stadt- und Landkreis Heilbronn und mittlerweile Vorstandsmitglied der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn e.V. Eine Einrichtung, die täglich 2.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erreicht und mit mehr als 550 Mitarbeitern zu den größten sozialen Einrichtungen der Region zählt.  In der Landessynode gehört Hinderer dem Gesprächskreis „Offene Kirche“ an und ist Mitglied im Ausschuss für Diakonie. Als Heilbronner Gemeinderat ist er u.a. im Aufsichtsrat des Altenpflegeheims Katharinenstift sowie der SLK-Kliniken aktiv und engagiert sich darüber hinaus für den Gaffenberg und die Offenen Hilfen.

Nachlese: Jahresempfang 2011 der Offenen Kirche Stuttgart

Schlosskirche | © Evangelische Kirche in Stuttgart

Am 25.2.2011 fand nun schon zum dritten Mal der Jahresempfang der Offenen Kirche Stuttgart statt. Diesjährige Referent Sven Giegold hielt einen Vortrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands, der zu regen Diskussionen animierte.

Rund 70 Gäste waren der Einladung der OK Stuttgart zum 3. Jahresempfang in die Schlosskirche gefolgt. Sven Giegold, Mitbegründer von attac Deutschland, Mitglied der Präsidialversammlung des Deutschen Evangangelischen Kirchentags und Abgeordneter der Grünen im Europaparlament begeisterte die Anwesenden mit einem nahezu frei gehaltenen Vortrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

Sowohl die ökologische als auch die soziale Krise, die unsere Situation gegenwärtig kennzeichnen, gefährden die Demokratie. Deshalb gelte es alles zu tun, sich für einen ökologisch nachhaltigen Lebensstil sowie Verteilungsgerechtigkeit einzusetzen. Für ihn sei es gewissermaßen Christenpflicht, sich angesichts der immensen Probleme nicht entmutigen zu lassen, sondern sich von den Visionen der Bibel anstecken zu lassen und daraus Hoffnung und Ermutigung für irdisches Handeln zu ziehen. Dies bedeute für ihn nicht, eine fertige Strategie im Kopf zu haben, sondern sich auf den Weg zu machen. Das trotzige „eine andere Welt ist möglich!“, mit dem sich attac seinerzeit auf den Weg gemacht habe, markiere für ihn genau diese Haltung.

Dennoch skizzierte Giegold einige Schritte, die aus seiner Sicht sinnvoll und unabdingbar sind. Er machte deutlich, dass der Schlüssel in den reichen Ländern liege. Wenn es nicht gelänge, dass die reichen Länder sich in sozialökologische Gesellschaften verwandeln, und zwar schnell, sei dies den Schwellenländern, wie beispielsweise China nicht plausibel zu machen, warum sie auf ein „schmutziges“ Wirtschaftswachstum verzichten sollen. Als ein gutes Beispiel, wie ein Umbau bei uns in Deutschland angestoßen wurde, ist das Engagement für erneuerbare Energien. Hier ist in den vergangenen Jahren ein Netzwerk von umweltpolitischen Akteuren, Unternehmern und Kunden entstanden, die die Entwicklung vorangetrieben haben. Hier ginge es um Verzicht von Atomstrom, dennoch sei dies nicht mit einer Einbuße an Lebensqualität verbunden. Was man hierbei lernen kann ist, dass politische Regeln einen gesellschaftlichen Transformationsprozess vorangebracht hätten.

Ein ähnlicher Prozess sei auch für den Bereich des Geldmarkts wünschenswert. Statt Kapital für kurzfristige hochspekulative Produkte einzusetzen, sollten stattdessen sozialökologische Projekte gefördert werden, die den Umbauprozess beschleunigen. Am Schluss rief er dazu auf, die Vision einer gerechten Welt im Herzen zu tragen und aus den stattgefundenen positiven Umbauprozessen zu lernen. Er wünschte sich eine prophetische Kirche, die sich zum Motor der Entwicklung mache. Die großen diakonischen Unternehmen und die Kirche hätten selbst eine Marktmacht, die sie als ethischer Konsument nützen könnten.

Das Stuttgarter teatro piccolo warf immer wieder szenische Geldstücke ein, die der Frage nachgingen, ob sich das soziale Klima auch erwärmt, wenn sich schon das Klima global erwärmt.

Der Jahresempfang wurde schließlich von den Gästen rege genutzt, die Schlosskirche bildete dazu ein schönes Ambiente.

Gabriele Bartsch, Offene Kirche Stuttgart

Klaus-Dieter Kottnik tritt als Diakonie – Präsident zurück

Wie evangelisch.de meldet ist heute Klaus-Dieter Kottnik von seinem Posten als Präsident des Diakonischen Werkes zurückgetreten. Nach dem Skandal um die Zusammenarbeit mit der Managementberatung Dr. Dithmar & Partner konnte er sich auf seinem Posten wohl nicht länger halten.

Im August hatte sich Kottnik von seinem persönlichen Referenten Walter Merz getrennt, nachdem bekanntgeworden war, dass dieser Partner in der Beratungsfima war, die auch die Diakonie beriet. Kottnik hatte nach eigenen Angaben von Merz‘ Funktion in der Managementberatung nichts gewusst. Kottniks Amtsgeschäfte übernimmt vorläufig Vizepräsident Wolfgang Teske.

Ausführliche Informationen zum Filzverdacht in der Diakonie finden Sie in den Berichten der Stuttgarter Zeitung:

Diakonie kündigt Beraterin und Referent

Der DW-Präsident wird von der Diakonischen Konferenz gewählt, der 93 Mitglieder angehören. Sie beschließt auch allgemeine Grundsätze für die Arbeit der Diakonie. Die laufenden Geschäfte zwischen den Sitzungen der Diakonischen Konferenz führt der Diakonische Rat mit seinen 18 Mitgliedern. Diesem Rat steht seit einigen Monaten Landesbischof July vor.

Veranstaltungstipp: Das Herz von Jenin

Das Herz von Jenin ist ein Film von Marcus Vetter und Leon Geller und Gewinner des Deutschen Filmpreises 2010 in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.

Wann: Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur Marcus Vetter am Sonntag, 06. 06. 2010, 18 Uhr

Wo: Cinema (Königsstr./Ecke Bolzstr.), Innenstadtkinos Stuttgart

Der Film erzählt die wahre Geschichte des Palästinensers Ismael Khatib. Sein 12-jähriger Sohn Ahmed wird im Flüchtlingslager von Jenin von israelischen Soldaten getötet. Daraufhin entschließt er sich, die Organe seines Sohnes auch an israelische Kinder zu spenden – und damit deren Leben zu retten.

Nach der Vorführung sind alle Besucher eingeladen, mit Marcus Vetter, dem Regisseur des Films und Projektleiter von Cinema Jenin, zu diskutieren.

Alle Einnahmen des Abends gehen an das Projekt Cinema Jenin, einem Aufbauprojekt eines Kinos im Westjordanland.

Erfahren Sie mehr über den Film, den Alltag im Westjordanland, die Ursprünge dieses außergewöhnlichen Projekts und den aktuellen Stand der Entwicklungen: Wie lebt man in dieser extremen Situation? Wie sieht es dort aus? Wie waren die Reaktionen auf den Film? Was kann Kino bewirken – hier wie dort?

Informationen und Karten unter http://www.innenstadt-kinos.de oder 0711-2290440

Kontakt

Nora Moschüring, Malena Medam

Filderstr. 63

70180 Stuttgart

0175/3742689

noramoschuering@googlemail.com

Weitere Informationen: www.cinemajenin.org, www.kinokauz.wordpress.com

Kein Tennis am Karfreitag

Landesbischof Frank O. July

„Ich habe nichts gegen Tennis“, sagt Landesbischof Frank Otfried July, „aber ich habe sehr wohl etwas gegen ein Tennisturnier am Karfreitag“. Dieser Tag sei ein Tag der Stille.

July reagiert damit auf die Planungen der Veranstalter des Porsche Tennis Grand Prix, die vorsehen, dass am Karfreitag 2011 die Viertelfinalspiele im Damen-Tennis stattfinden sollen. Dagegen protestiert der Landesbischof energisch und ruft die Veranstalter dazu auf, einen neuen Termin zu suchen, der besser für ein solches Turnier geeignet sei als ausgerechnet Karfreitag.

„Der Karfreitag ist ein Tag, an dem die Menschen sich an das Sterben Jesu erinnern. Für evangelische Christinnen und Christen ist dies ein wichtiger Feiertag“, so July weiter. Dieser sei geprägt von Andacht und Stille. Zudem stehe der Karfreitag unter dem besonderen Schutz des Gesetzes. (Quelle: elk-wue.de)