Klaus-Dieter Kottnik tritt als Diakonie – Präsident zurück

Wie evangelisch.de meldet ist heute Klaus-Dieter Kottnik von seinem Posten als Präsident des Diakonischen Werkes zurückgetreten. Nach dem Skandal um die Zusammenarbeit mit der Managementberatung Dr. Dithmar & Partner konnte er sich auf seinem Posten wohl nicht länger halten.

Im August hatte sich Kottnik von seinem persönlichen Referenten Walter Merz getrennt, nachdem bekanntgeworden war, dass dieser Partner in der Beratungsfima war, die auch die Diakonie beriet. Kottnik hatte nach eigenen Angaben von Merz‘ Funktion in der Managementberatung nichts gewusst. Kottniks Amtsgeschäfte übernimmt vorläufig Vizepräsident Wolfgang Teske.

Ausführliche Informationen zum Filzverdacht in der Diakonie finden Sie in den Berichten der Stuttgarter Zeitung:

Diakonie kündigt Beraterin und Referent

Der DW-Präsident wird von der Diakonischen Konferenz gewählt, der 93 Mitglieder angehören. Sie beschließt auch allgemeine Grundsätze für die Arbeit der Diakonie. Die laufenden Geschäfte zwischen den Sitzungen der Diakonischen Konferenz führt der Diakonische Rat mit seinen 18 Mitgliedern. Diesem Rat steht seit einigen Monaten Landesbischof July vor.

Diakonie bekämpft Arbeitnehmerrechte – Aktionstag von ver.di

Mit einem bundesweiten „Aktionstag Diakonie“ will die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am  9.6.2010 ihre Forderung nach einem Streikrecht in der Diakonie untermauern. Beschäftigte in diakonischen und kirchlichen Einrichtungen seien aufgerufen, an dem Aktionstag für gute Löhne und Arbeitnehmerrechte teilzunehmen, erklärte ver.di-Gewerkschaftssekretär Wolfgang Vater am Montag in Bielefeld. Aktionen gebe es unter anderem in Hannover, Bremen, Lüdenscheid, Siegen und Bielefeld.

Volle Arbeitnehmerrechte – Streikrecht und Tarifrecht – wird den meisten diakonischen Arbeitnehmer/innen vorenthalten. Gründe für Aktionen und Proteste gibt es viele. Seit der Wettbewerb im Bereich Soziales und Gesundheit eingreift, senken immer mehr diakonische Arbeitgeber das branchenübliche Niveau. Immer häufiger entscheiden Schiedsverfahren über die Arbeitsvertragsrichtlinien, die Arbeitsrechtlichen Kommissionen verlieren ihre Gestaltungsmacht. Die Mehrheit der MAV-Vertreter/innen in der Arbeitsrechtlichen Kommission des Diakonischen Werks der EKD sollen im Juni 2010 entmachtet werden, weil sie den Umstieg auf echte Tarifverträge fordern. Diakonische Arbeitgeber haben sich in einem Arbeitgeberverband zusammengeschlossen und sind der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände beigetreten. Für sich selber nehmen sie volle Unternehmerrechte wahr, doch Tarifverträge und Streikrecht der Beschäftigten wollen sie nicht akzeptieren. In Bielefeld hat ihnen das Arbeitsgericht im März das Streikverbot bestätigt, in Hamburg scheiterten die Arbeitgeber hingegen im April und Mai 2010 schon zweimal vor dem Arbeitsgericht.

Nach wie vor seien die Beschäftigten in der Diakonie von einer branchenüblichen Lohnentwicklung abgeschnitten, kritisierte Vater. Große diakonische Arbeitgeber würden wie gewinnorientierte Unternehmen handeln, indem sie Leiharbeitsfirmen gründeten und die Löhne senkten. Volle Arbeitnehmerrechte bekämpften sie dagegen mit allen Mitteln, sagte Vater. „So verschafft man sich auf Kosten aller Mitarbeitenden im Gesundheits- und Wohlfahrtsdienst Kostenvorteile.“

Flugblatt zum Aktionstag Diakonie

Kirchliches Public Viewing in Stuttgart zur Fußball WM

Tippspiel der evangelische Landeskirche Bayern

Die evangelische Landekirche Württemberg hat auf eine Themenseite zu den kirchlichen Angeboten während Fußball-Weltmeisterschaft 2010 zusammengestellt: Von Public Viewing in den Gemeinden über ein Tippspiel bis hin zu aktuellen Interviews mit Menschen vor Ort reicht die Palette.

Ein Highlight ist das Open-Air-Festival „Heimspiel in Stuttgart“, das am 24. Juli auf dem Cannstatter Wasen stattfindet. Es treten die Fantastischen Vier sowie weitere acht Bands und Künstler auf. Wer sich in Kirchengemeinde, Jugendwerk, CVJM oder einer anderen kirchlichen Einrichtung engagiert, hat die Möglichkeit, als Gruppe Karten vergünstigt zu erwerben. Von einem Teil des Erlöses der ermäßigten Tickets werden Eintrittskarten für bedürftige Jugendliche und Familien finanziert.

Zur Themenseite

Veranstaltungstipp: Das Herz von Jenin

Das Herz von Jenin ist ein Film von Marcus Vetter und Leon Geller und Gewinner des Deutschen Filmpreises 2010 in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.

Wann: Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur Marcus Vetter am Sonntag, 06. 06. 2010, 18 Uhr

Wo: Cinema (Königsstr./Ecke Bolzstr.), Innenstadtkinos Stuttgart

Der Film erzählt die wahre Geschichte des Palästinensers Ismael Khatib. Sein 12-jähriger Sohn Ahmed wird im Flüchtlingslager von Jenin von israelischen Soldaten getötet. Daraufhin entschließt er sich, die Organe seines Sohnes auch an israelische Kinder zu spenden – und damit deren Leben zu retten.

Nach der Vorführung sind alle Besucher eingeladen, mit Marcus Vetter, dem Regisseur des Films und Projektleiter von Cinema Jenin, zu diskutieren.

Alle Einnahmen des Abends gehen an das Projekt Cinema Jenin, einem Aufbauprojekt eines Kinos im Westjordanland.

Erfahren Sie mehr über den Film, den Alltag im Westjordanland, die Ursprünge dieses außergewöhnlichen Projekts und den aktuellen Stand der Entwicklungen: Wie lebt man in dieser extremen Situation? Wie sieht es dort aus? Wie waren die Reaktionen auf den Film? Was kann Kino bewirken – hier wie dort?

Informationen und Karten unter http://www.innenstadt-kinos.de oder 0711-2290440

Kontakt

Nora Moschüring, Malena Medam

Filderstr. 63

70180 Stuttgart

0175/3742689

noramoschuering@googlemail.com

Weitere Informationen: www.cinemajenin.org, www.kinokauz.wordpress.com

Sondermarke zur Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Stuttgart

Nachdem sich die deutsche Post nicht bereit erklärt hatte eine Sondermarke anlässlich der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes im Juli in Stuttgart heraus zu geben übernimmt dies nun die  österreichische Post. Auf der 55-Cent-Marke ist neben dem Stuttgarter Fernsehturm auch die Lutherrose sowie das Logo der Vollversammlung abgebildet. Die Marke ist direkt über die Württembergische Landeskirche erhältlich.

Wer also seinen Sommerurlaub in Österreich verbringt kann sich nun bei der Landeskirche mit Briefmarken für seine Postkarten eindecken. Über die Kosten diese Projektes und die Finanzierung wurde nichts bekannt gegeben.

Die elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes findet unter dem Motto „Unser tägliches Brot gib uns heute“ vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart statt. Erwartet werden rund 400 Delegierte aus allen lutherischen Mitgliedskirchen weltweit. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit über 2000 Besuchern.

Weitere Informationen:

http://www.lwb-vollversammlung.org

»Partner für den Frieden« – Tagung zum Nahost Konflikt in der Akademie Bad Boll

In der Evangelischen Akademie Bad Boll findet vom 11. bis 13. Juni 2010 die Tagung »Partner für den Frieden statt«. Zu dieser Tagung sind Vertreter der Konfliktparteien im Nahen Osten, nämlich der Fatah, der Hamas sowie der ehemalige Sprecher des israelischen Parlaments eingeladen. Außerdem haben Bundestagsabgeordnete von CDU, FDP und SPD ihre Teilnahme an der Tagung zugesagt. Auf der Tagung soll unter anderem diskutiert werden warum wird die Hamas vom Westen isoliert, die früher als Terrorgruppe bezeichnete Fatah dagegen heute umworben wird? Die Hintergründe beider Strömungen und die Eskalationen zwischen ihnen werden ebenso Thema sein wie Ansätze für einen Dialog. Warum ist es für die Israelis wichtig, mit beiden zu reden? Was trauen wir uns in Deutschland bezogen auf den Konflikt zu? Eine Tagung im Gespräch mit Vertretern von Hamas, Fatah und aus Israel, mit deutschen Abgeordneten und Fachleuten.

Vor allem wegen der Einladung an den Vertreter der Hamas ist die Evangelische Akademie bei einigen evangelikalen Gruppierungen ungerechtfertigterweise in die Kritik geraten. Die Akademie nimmt zu den Vorgängen wie folgt Stellung:

Die Evangelische Akademie Bad Boll stellt wichtige Fragen aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Kultur auf ihren Tagungen zur Diskussion. Dabei kommen auch strittige Themen zur Sprache.

Auf ihrer Veranstaltung »Partner für den Frieden« will die Evangelische Akademie Bad Boll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit geben, über unterschiedliche Konzepte für eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts zu diskutieren. Wie bei anderen Tagungen, macht sie sich dabei keine der debattierten Positionen zu eigen. Auch im Falle der Tagung »Partner für den Frieden« identifiziert sie sich weder mit den Zielen noch mit der Praxis der Hamas, der Fatah, der israelischen Regierung oder einer anderen Konfliktpartei. Selbstverständlich teilt die Evangelische Akademie Bad Boll keinerlei antijüdische oder antisemitische Auffassungen.

Das Interesse der Evangelischen Akademie Bad Boll ist es, Gesprächsmöglichkeiten zu schaffen. Dabei lässt sie sich von der Vorstellung leiten, dass es hilfreicher ist, wenn Vertreter der Konfliktparteien miteinander reden als sich mit Waffengewalt zu bekriegen. Ebenso geht die Evangelische Akademie Bad Boll davon aus, dass es nützlicher ist, Vertreter verschiedener Positionen direkt zu befragen, als sich aus zweiter Hand zu informieren.

Mit der Veranstaltung »Partner für den Frieden« reagiert die Evangelische Akademie Bad Boll zugleich auf ein starkes Diskussionsbedürfnis in der deutschen Bevölkerung und das Interesse an Konzepten, die eine Perspektive für einen gewaltfreien und gerechten Frieden im Nahen Osten eröffnen. Dieses Interesse in der deutschen Zivilgesellschaft richtet sich auch auf die Politik der Bundesregierung und der deutschen Parteien. Die Evangelische Akademie Bad Boll hat daher auch Abgeordnete des Bundestages zu der Tagung eingeladen, um ihnen Gelegenheit zu geben, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern darüber zu diskutieren, wie sie sich die Beteiligung Deutschlands am Ausgleich zwischen den Konfliktparteien im Nahen Osten vorstellen.

Weitere Details zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie hier:

www.ev-akademie-boll.de

Auch der Kooperationspartner Pax Christi hat eine Stellungnahme zur Veranstaltung veröffentlicht

www.paxchristi.de

Kein Tennis am Karfreitag

Landesbischof Frank O. July

„Ich habe nichts gegen Tennis“, sagt Landesbischof Frank Otfried July, „aber ich habe sehr wohl etwas gegen ein Tennisturnier am Karfreitag“. Dieser Tag sei ein Tag der Stille.

July reagiert damit auf die Planungen der Veranstalter des Porsche Tennis Grand Prix, die vorsehen, dass am Karfreitag 2011 die Viertelfinalspiele im Damen-Tennis stattfinden sollen. Dagegen protestiert der Landesbischof energisch und ruft die Veranstalter dazu auf, einen neuen Termin zu suchen, der besser für ein solches Turnier geeignet sei als ausgerechnet Karfreitag.

„Der Karfreitag ist ein Tag, an dem die Menschen sich an das Sterben Jesu erinnern. Für evangelische Christinnen und Christen ist dies ein wichtiger Feiertag“, so July weiter. Dieser sei geprägt von Andacht und Stille. Zudem stehe der Karfreitag unter dem besonderen Schutz des Gesetzes. (Quelle: elk-wue.de)