»Partner für den Frieden« – Tagung zum Nahost Konflikt in der Akademie Bad Boll

In der Evangelischen Akademie Bad Boll findet vom 11. bis 13. Juni 2010 die Tagung »Partner für den Frieden statt«. Zu dieser Tagung sind Vertreter der Konfliktparteien im Nahen Osten, nämlich der Fatah, der Hamas sowie der ehemalige Sprecher des israelischen Parlaments eingeladen. Außerdem haben Bundestagsabgeordnete von CDU, FDP und SPD ihre Teilnahme an der Tagung zugesagt. Auf der Tagung soll unter anderem diskutiert werden warum wird die Hamas vom Westen isoliert, die früher als Terrorgruppe bezeichnete Fatah dagegen heute umworben wird? Die Hintergründe beider Strömungen und die Eskalationen zwischen ihnen werden ebenso Thema sein wie Ansätze für einen Dialog. Warum ist es für die Israelis wichtig, mit beiden zu reden? Was trauen wir uns in Deutschland bezogen auf den Konflikt zu? Eine Tagung im Gespräch mit Vertretern von Hamas, Fatah und aus Israel, mit deutschen Abgeordneten und Fachleuten.

Vor allem wegen der Einladung an den Vertreter der Hamas ist die Evangelische Akademie bei einigen evangelikalen Gruppierungen ungerechtfertigterweise in die Kritik geraten. Die Akademie nimmt zu den Vorgängen wie folgt Stellung:

Die Evangelische Akademie Bad Boll stellt wichtige Fragen aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Kultur auf ihren Tagungen zur Diskussion. Dabei kommen auch strittige Themen zur Sprache.

Auf ihrer Veranstaltung »Partner für den Frieden« will die Evangelische Akademie Bad Boll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit geben, über unterschiedliche Konzepte für eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts zu diskutieren. Wie bei anderen Tagungen, macht sie sich dabei keine der debattierten Positionen zu eigen. Auch im Falle der Tagung »Partner für den Frieden« identifiziert sie sich weder mit den Zielen noch mit der Praxis der Hamas, der Fatah, der israelischen Regierung oder einer anderen Konfliktpartei. Selbstverständlich teilt die Evangelische Akademie Bad Boll keinerlei antijüdische oder antisemitische Auffassungen.

Das Interesse der Evangelischen Akademie Bad Boll ist es, Gesprächsmöglichkeiten zu schaffen. Dabei lässt sie sich von der Vorstellung leiten, dass es hilfreicher ist, wenn Vertreter der Konfliktparteien miteinander reden als sich mit Waffengewalt zu bekriegen. Ebenso geht die Evangelische Akademie Bad Boll davon aus, dass es nützlicher ist, Vertreter verschiedener Positionen direkt zu befragen, als sich aus zweiter Hand zu informieren.

Mit der Veranstaltung »Partner für den Frieden« reagiert die Evangelische Akademie Bad Boll zugleich auf ein starkes Diskussionsbedürfnis in der deutschen Bevölkerung und das Interesse an Konzepten, die eine Perspektive für einen gewaltfreien und gerechten Frieden im Nahen Osten eröffnen. Dieses Interesse in der deutschen Zivilgesellschaft richtet sich auch auf die Politik der Bundesregierung und der deutschen Parteien. Die Evangelische Akademie Bad Boll hat daher auch Abgeordnete des Bundestages zu der Tagung eingeladen, um ihnen Gelegenheit zu geben, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern darüber zu diskutieren, wie sie sich die Beteiligung Deutschlands am Ausgleich zwischen den Konfliktparteien im Nahen Osten vorstellen.

Weitere Details zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie hier:

www.ev-akademie-boll.de

Auch der Kooperationspartner Pax Christi hat eine Stellungnahme zur Veranstaltung veröffentlicht

www.paxchristi.de

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Evangelische Kirchengemeinden in Stuttgart verkaufen Gemeindehäuser und Kirchen

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, planen zur Zeit viele evangelische Kirchengemeinden in Stuttgart sich aufgrund sinkender Mitgliederzahlen  von Gemeindehäusern und Kirchen zu trennen. In Feuerbach sollen zwei Kirchen verkauft werden: In die Föhrichkirche soll die russisch-orthodoxe Kirche einziehen, und für die Lutherkirche suche man nach künftigen Nutzern, so Gemeindepfarrer Timmo Hertneck.

Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich sieht aufgrund der Entwicklung der Mitgliederzahlen  keine Alternative zum Verkauf von Gemeindehäusern und Kirchen. „Wir haben nur noch halb so viele Mitglieder wie vor 30 Jahren, also brauchen wir auch nur halb so viele Immobilien.“ sagte Ehrlich der Stuttgarter Zeitung. Die evangelische Kirche in Stuttgart schrumpfte von 390.000 Mitgliedern Ende der 1950er Jahre auf 164.100 heute. Nach Aussage des Statistikamtes in Stuttgart muss die evangelische Kirche bis 2020 jedoch noch mit einem weiteren Schwund um 49.000 Protestanten rechnen.

In den vergangenen fünf Jahren hat die evangelische Kirche in Stuttgart bereits acht Gemeindehäuser und Wohnungen verkauft und damit sechs Millionen Euro erlöst.

In der evangelische Gemeinde in Mönchfeld sind von einst 3000 Mitgliedern noch 900 übrig geblieben. Die Gemeinde hat sich daher entschlossen ihr Gemeindehaus zu verkaufen, den Kirchturm zu sprengen und das Grundstück an einen Investor zu veräußern, der dort ein achtstöckiges Wohnhaus errichtet. Zugleich wurde die Kirche aus den 1960er Jahren für 1,1 Millionen Euro radikal umgebaut. In dem Gotteshaus wurde eine zusätzliche Ebene eingezogen, der obere Raum wird jetzt für Gottesdienste genutzt, unten finden sich die Gemeinderäume. „Durch den Umbau und den Verkauf ist die Gemeinde von einer erdrückenden finanziellen Last befreit“, sagt Pfarrerin Jutta Maier der StZ. Inzwischen sei die umgebaute Kirche zur architektonischen Pilgerstätte geworden und andere Gemeinden informieren sich, wie man einen solchen Umbau realisieren kann.

Auch in der Gedächtnis- und Rosenberggemeinde im Stuttgarter Westen wechselt ein Gemeindehaus den Besitzer. Die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg (GWG) wird im Rosenbergzentrum betreutes Wohnen für Senioren einrichten, die Umbauten sollen noch in diesem Jahr starten. Bereits im Sommer soll parallel dazu der Umbau der Rosenbergkirche beginnen, auch hier sollen wie in Mönchfeld Gemeinderäume in die Kirche integriert werden.

Größere Veränderungen stehen auch im Stuttgarter Osten an: Die Lutherhauskirche in der Raitelsbergsiedlung geht an einen Investor aus dem Rems-Murr-Kreis. In der Reformkirche, die Kirchensaal, Gemeinderäume, Kindergarten und Wohnungen unter einem Dach vereint, sollen Wohnungen entstehen. Die Gemeinde aber will einen Gemeinderaum und den Kindergarten behalten.

An einem Gebäudekonzept wird seit Monaten auch in der Nordgemeinde gearbeitet. Das Ergebnis: die Christophskirche soll verkauft werden, die drei anderen Kirchen aber im Bestand bleiben. Interesse an dem Gebäudekomplex Christophskirche hat die evangelische Heimstiftung, die das Gemeindezentrum in ein Altenpflegeheim mit 80 Plätzen umwandeln will. Drei Bedingungen aber stellt die Gemeinde an die Heimstiftung: Der Gottesdienstraum und der Kindergarten müssen erhalten bleiben, und die Gemeinde muss die Möglichkeit haben, Räume zu nutzen. (Quelle: Stuttgarter Zeitung)

FAIR HANDELN und Slow Food 2010 vom 15.4. bis 18.4.2010 auf der Stuttgarter Messe

„Gut, sauber und fair“ lautet das Motto der weltweit agierenden Slow Food Vereinigung, die heute rund 80.000 Mitglieder zählt, davon mehr als 10.000 allein in Deutschland. Tendenz steigend und auch das Interesse der Bevölkerung an Slow Food-Produkten nimmt weiter zu. Zum vierten Mal organisiert die Messe Stuttgart vom 15.4. bis zum 18.4.2010 zusammen mit Slow Food Deutschland als ideellem Partner den Markt des guten Geschmacks, die Slow Food Messe, im neuen Messegelände.

Wie im Vorjahr findet parallel zur Slow Food Messe 2010 die FAIR HANDELN Internationale Messe für global verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln statt. Am Donnerstag, 15. April, wird es eine gemeinsame Eröffnungsveranstaltung geben. Zudem kann man am Abend des ersten Messetages bei der „Nacht der Sinne“ dieselben in drei Messehallen umherschweifen lassen. Probieren, Flanieren und Einkaufen umrahmt von Zimbal-Musik des Ensembles aus dem Gastland Tschechien.

Auch die evangelische Landeskirche Württemberg ist auf der FAIR HANDELN vertreten: Am Eingang Ost können die Besucher Informationen zu Kirchlichen Diensten und Einrichtungen wie Brot für die Welt bekommen. Auch zu Veranstaltungen der Landeskirche kann man dort mehr erfahren. Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter des Teams der Kirchlichen Dienste nehmen sich Zeit für Sie, Ihnen als hilfsbereiter Gesprächspartner für alle Fragen des Lebens, Glaubens und über die Kirche bereitzustehen. Außerdem wird täglich von 12.45 – 13.00 Uhr im Raum der Stille (Eingang Ost- im Atrium, gegenüber der Garderobe) eine Andacht angeboten.

Weitere Informationen zur FAIR HANDELN

Nacht der Offenen Kirchen

Nacht der Offenen Kirchen

15 evangelische Kirchengemeinden zwischen Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Mühlhausen beteiligen sich an der Nacht der Offenen Kirchen am Pfingstsonntag, 23. Mai von 19 bis 24 Uhr. Die Stadtkirche in Stuttgart-Vaihingen ist zum ersten Mal dabei. Dort ist eine Gospelnacht mit verschiedenen Vaihinger Gospel-Ensembles geplant. Die evangelischen Kirchengemeinden in Stuttgart-West planen wieder eine Wanderung von Kirche zu Kirche. Jedes Gotteshaus überrascht mit einem neuen musikalischen oder gottesdienstlichen Programm.

Neu ist der Programmpunkt in der Hospitalkirche: Dort wird mit dem Motto „Keiner is(s)t allein“ zur Tafelrunde mit Lesungen eingeladen, die begehrten Tischplätze werden immer wieder neu besetzt. In der Cannstatter Stadtkirche und in der Mühlhäuser Veitskapelle stehen Kirchenführungen und Musik auf dem Programm. Nach liturgischen Performances steht in der Jugendkirche von 23 bis 2 Uhr Tanz und Lounge inmitten von Raumskulpturen und Lichtinstallationen auf dem Programm.

Die Nacht der offenen Kirchen ist am Pfingstsonntag, 23. Mai von 19 bis 24 Uhr. Mit dabei sind außer den schon erwähnten: die Stifts-, Schloss- und Leonhardskirche in der City, die Erlöserkirche im Norden, die Gaisburger Kirche und die Haigstkirche in Degerloch. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Das vollständige Programm zur Nacht der Offenen Kirchen finden Sie unter:

www.ev-ki-stu.de/aktuelles-hoer-bar/die-nacht-der-offenen-kirchen-2010

Evangelisches Jugendwerk Württemberg (ejw) erweitert Bernhäuser Forst

Bernhäuser Forst

Bernhäuser Forst

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (ejw) erweitert seine Bildungsstätte Bernhäuser Forst bei Stuttgart für etwa 7,7 Millionen Euro.  Geplant seien ein neuer Saal für 500 Gäste sowie weitere Tagungsräume. Der Neubau in der Form eines Fischs solle im September 2011 eröffnet werden, sagte Geschäftsführer Marcus Witzke am Mittwoch vor Medienvertretern. Die Finanzierung übernimmt die Landeskirche.

Nach ejw-Angaben nehmen in Württemberg pro Jahr rund 400.000 junge Menschen an Bildungsmaßnahmen und kirchlichen Kinder- und Jugendveranstaltungen teil. Für die 42.500 ehrenamtlichen und mehr als 300 hauptamtlichen Mitarbeiter organisiert das ejw im Bernhäuser Forst in Leinfelden-Echterdingen Fortbildungsveranstaltungen. Die Tagungsstätte verzeichnet pro Jahr 15.000 Übernachtungen und weit über 6.000 Tagesgäste. Auch Journalisten, Hebammen und Wellnesstrainer veranstalten im Bernhäuser Forst regelmäßig Tagungen, andere kirchliche Gruppen wie Kirchengemeinderäte nutzen die Einrichtung ebenfalls für Zusammenkünfte.

Geschäftsführer Witzke wies darauf hin, dass eine Sanierung des 40 Jahre alten Gebäudebestandes teurer geworden wäre als ein Neubau. So müssten heute strengere Hygienevorschriften für die angrenzende Küche eingehalten werden und mit Holzschutzmitteln belastete Baustoffe dürften nicht weiter verwendet werden.

Architekt Michael Keller erläuterte die Konstruktion des Neubaus: Ein zu den Fildern und dem Flughafen Stuttgart offener Saal, in der Mitte ein Atrium und auf der gegenüberliegenden Seite Tagungsräume. Aufgrund verschiedener Raumhöhen habe man sich für ein Dach in der Form einer Welle entschieden. Nun ähnele das Gebäude einem Fisch – einem der ältesten Erkennungszeichen der Christen.

Kritisch äußerte sich Witzke zum Vorhaben der Landeskirche, für die Einrichtungen im Bernhäuser Forst, Stuttgart-Birkach, Bad Urach und Bad Boll ein zentrales Tagungsmanagement einzuführen. Das ejw schreibe mit der Einrichtung bereits seit Jahren schwarze Zahlen. „Ob das dann besser wird, wenn das von einer zentralen Behörde organisiert wird, ist eine spannende Frage“, so Witzke. Die württembergische Landessynode will sich in ihrer Sommertagung mit dem Thema beschäftigen. (Quelle: epd)

Jahresversammlung 2010 der Offenen Kirche Württemberg

Die Offene Kirche, evangelische Vereinigung in Württemberg, beschäftigte sich auf ihrer diesjährigen Jahresversammlung in Stuttgart mit der anstehenden Kirchenreform. Gastredner war Professor Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, Kirchenrat der badischen evangelischen Kirche.

In ihrem Geschäftsbericht stellte die Vorsitzende der Offenen Kirche, Pfarrerin Kathinka Kaden, unter anderem die neue Zeitung „anstöße“ vor. Die Publikation enthält aktuelle Informationen aus der Offenen Kirche und Mitglieder des Vorstands äußern sich dort aus ihrer Sicht zur württembergischen Kirchenpolitik – „anstöße“ wird kostenlos in den Bezirken und Gemeinden verteilt. Das neue Format erhöht die Lesbarkeit und stößt nach Aussage von Frau Kaden auf positive Resonanz – die erste Ausgabe ist bereits vergriffen, sie steht Ihnen jedoch als PDF Datei zum Download zur Verfügung.

Nach der Aussprache über den Geschäftsbericht des Vorstands und des Rechners berichteten die Synodalen der Offenen Kirche Württemberg aus der letzten Sitzung der Landessynode. Sie kritisierten dabei insbesondere die Entscheidung der Präsidentin Dr. Christel Hausding, eine beantragte Aktuelle Stunde über das Thema Missbrauch im Raum der Kirchen nicht auf die Tagesordnung zu nehmen.

Download:

Geschäftsbericht Offene Kirche Württemberg 2009

Zeitschrift „anstöße“ 1/2010


Denkmalschutz für Behnisch-Bau Haus Birkach

Haus Birkach

Das Land Baden-Württemberg hat das vom Architekten Günter Behnisch entworfene Haus Birkach als Kulturdenkmal eingestuft. Damit werden die notwendigen Sanierungsarbeiten zur Erfüllung der Brandschutzvorschriften voraussichtlich noch teurer als geplant. Die abwartende Haltung der Landeskirche, die die Brandschutzmaßnahmen erst bis zum August 2011 umsetzen wollte, führt nun wahrscheinlich zu erheblichen Mehrkosten. Zwei Millionen Euro wurden veranschlagt – ob es bei diesem Betrag bleibt, ist fraglich. Stammt die Kostenschätzung doch aus der Zeit, als Haus Birkach noch nicht als Kulturdenkmal galt. „Grundsätzlich ist Denkmalschutz mit Mehrkosten verbunden“, erklärt Clemens Homoth-Kuhs, der Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart der Stuttgarter Zeitung. württembergische Landeskirche muss Haus Birkach sanieren. Das fordert die Stadt. Der vorhandene Brandschutz entspricht nicht mehr den gängigen Richtlinien (wir berichteten). Für die Arbeiten wird ein zweistelliger Millionenbetrag fällig. Ein Abriss des Hauses Birkach, über den in der Vergangenheit schon spekuliert wurde, ist mit der Entscheidung des RPs hinfällig – ein Verkauf wird künftig wohl aufgrund der Auflagen die der Eigentümer zu erfüllen hat wohl ebenfalls nicht mehr realisieren sein. Das dürfte wohl vor allem die Mitarbeiter des Studienzentrums freuen.