Alte Kirche – junge Menschen – Vortrag von Prof. Dr. Martin Weingardt zu kirchlichen Bildungsarbeit

Prof. Dr. Martin Weingardt

Für den Jahresempfang der Offenen Kirche Stuttgart konnten wir in diesem Jahr den Leiter der Abteilung Schulpädagogik im Institut für Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, Herrn Prof. Dr. Martin Weingardt gewinnen. Über 100 Gäste hörten in der Kapelle des Alten Schlosses in Stuttgart seinen Vortrag zum Thema „Alte Kirche – junge Menschen“ in dem er sich mit den Perspektiven der kirchlichen Bildungsarbeit mit jungen Menschen beschäftigte.

Prof. Dr. Weingardt geht in seinem Vortrag drei zentralen Fragen nach, die er für zielführend hält, wenn es um die Zukunft des Verhältnisses der alten Kirche und der jungen Menschen geht. Exemplarisch tut er dies am Beispiel der kirchlichen Jugendarbeit.

1. Frage: Warum soll ich mich als Jugendlicher denn mit euch befassen: Was gebt ihr mir, was ich nicht schon habe oder andere mir nicht noch besser bieten können?

2. Frage: Entspricht unsere Arbeit nach Ziel und Form den Interessen- und Bedürfnislagen der heutigen Jugendlichen?

3. Frage: Welche gesellschaftliche Funktion kann die außerschulischen Jugendbildung künftig erfüllen?

Herr Prof. Dr. Weingardt liefert fachlich kompetente und oft überraschend Antworten auf diese Fragen und war so freundlich der Offenen Kirche Stuttgart seinen Vortrag zur Veröffentlichung Verfügung zu stellen.

Download Vortrag: Alte Kirche- Junge Menschen Perspektiven der kirchlichen Jugendarbeit mit jungen Menschen

Wenn Sie Interesse an einem Besuch unseres Jahresempfanges haben laden wir Sie gerne zu unserer nächsten Veranstaltung ein – schicken Sie uns einfach Ihre Kontaktdaten an  ok-stuttgart@web.de und wir informieren Sie rechtzeitig über unseren Jahresempfang 2011.

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Evangelische Kirche soll für Jugendliche attraktiver werden

Die Evangelische Kirche soll für Jugendliche attraktiver werden. „Kirche sind nicht nur Erwachsene“, kirchliche Angebote müssten junge Menschen in deren unterschiedlichen Lebensstilen und -welten besser ansprechen, empfiehlt eine EKD-Studie zum Verhältnis von Kirche und Jugend, die am Mittwoch in Hannover veröffentlicht wurde. Angesichts zunehmender Distanz und abnehmender Kirchenbindung wird darin eine „jugendsensible Kirche“ befürwortet. Dazu gehöre die Öffnung für populäre Jugendkultur, in der neuen Medien, Ästhetik und Inszenierung mehr Platz finden.

Junge Menschen suchten nach Orientierungen für ihr Leben und nach Antworten auf ganz unterschiedliche Fragen. „Es geht dabei immer auch um Werte und Lebenssinn, und damit eben immer auch um religiöse Fragen“, schreibt die Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischöfin Margot Käßmann, im Vorwort der Handreichung.

Eine immer wichtigere Rolle in der evangelischen Jugendarbeit spielen der Studie zufolge das Konzept von Jugendkirchen, Jugendclubs und -zentren sowie neue Formen der Konfirmandenarbeit. Von Jugendlichen würden jedoch viele Angebote als „geschlossen“ und wenig zugänglich empfunden. Die Kommunikationskulturen und „Theologien“ von Jugendlichen sollten stärker aufgegriffen werden. Hierzu sollten mehr Räume eröffnet werden, etwa durch Beteiligungsmöglichkeiten in Blogs Foren und Portale im Internet. Dies gelte auch für die finanzielle Ausstattung der Angebote.

Bei der Suche nach Orientierung und Engagement seien kirchliche Antworten und Angebote häufig nicht attraktiv, beschreibt die Studie den Handlungsbedarf. Denn obwohl sich rund 90 Prozent aller evangelischen Jugendlichen eines Jahrgangs konfirmieren lassen, werde danach Kirchenmitgliedschaft meist zur „bloßen Konvention und Tradition“. Zwar interessierten sie sich für moralische Fragen und Lebenssinn, gebe es Sehnsucht nach Transzendenz und Spiritualität, aber gleichzeitig sinke in der Generation zwischen 14 und 25 Jahren das Wissen von Religion und sei christliche Überlieferung immer weniger selbstverständlich.

Auf dem religiösen Markt ist die Kirche der Studie zufolge für Jugendliche nur noch eine Anbieterin für Sinnfragen neben anderen. Sie könne auf keinen Bonus rechnen und nur wenig voraussetzen. Mit Blick auf die demographischen Verschiebungen weisen die Autoren daraufhin, dass Jugendliche zur Minderheit in der Gesellschaft und zur Minderheit in einer schrumpfenden Kirche werden. Kirchliche Jugendarbeit sei deshalb darauf zu überprüfen, inwieweit sie die Interessen und Lebenssituation junger Menschen genügend aufnehme oder einer Eigenlogik folge.

Die Offene Kirche Stuttgart setzt sich bei Ihrem diesjährigen Jahresempfang am 26.2.2010 ab 17.30 Uhr in der Schloßkirche im Alten Schloss unter dem Titel “Alte Kirche – junge Menschen, ein reiz-volles Bildungsfeld” ebenfalls mit den Ansprüchen Jugendlicher an unsere Landeskirche auseinander. Wir laden Sie herzlich zu dieser Veranstaltung ein! Das vollständige Programm steht Ihnen als Download zur Verfügung

Downloads

Offene Kirche Stuttgart_Programm_Jahresempfang_2010

Studie „Kirche und Jugend. Lebenslagen – Begegnungsfelder – Perspektiven“ (PDF)

Alte Kirche – junge Menschen, ein reiz-volles Bildungsfeld – Einladung zum Jahresempfang 2010 der Offenen Kirche Stuttgart

Am 26.2.2010 um 17.30 Uhr lädt Sie die Offene Kirche Stuttgart nun schon zum zweiten Mal ganz herzlich zu ihrem Jahresempfang in die Schlosskirche im Alten Schloss in Stuttgart ein.

Ein kompetent besetztes Podium wird sich in diesem Jahr mit dem Thema „Alte Kirche – junge Menschen, ein reiz-volles Bildungsfeld“ auseinandersetzen. Bildung ist heute der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe. Die Evangelische Kirche nimmt ihre Mitverantwortung für die Bildung junger Menschen dabei auf vielfältige Weise wahr: in evangelischen Schulen, im Religionsunterricht, in der außerschulischen Jugendbildung, in der Jugendsozialarbeit, in zahlreichen gemeindlichen und übergemeindlichen Projekten. Was aber brauchen Jugendliche heute zum Leben und wo lernen sie es? Was kann Kirche zum Bildungsziel Leben beitragen?


Programm

Ein Impulsreferat von Prof. Dr. Martin Weingardt, PH Ludwigsburg, wird in das Thema einführen – im Anschluß werden die Podiumsteilnehmer konkrete evangelische Bildungsarbeit unter ihrem jeweils eigenen Blickwinkel betrachten und Ihnen die große Bandbreite kirchlicher Bildungsaktivitäten vorstellen.


Podiumsteilnehmer

Hans-Peter Ehrlich, Dekan, Stuttgart

Manuel Fieber, Sänger im Hymnuschor, Stuttgart

Maria Finkbeiner, Ehrenamtliche der Jugendkirche, Stuttgart

Sabine Henniger, Evang. Gesellschaft e.V., Stuttgart

Barbara Hohkamp, Schulleiterin der Falkertschule, Stuttgart

Moderation: Helmut Dopffel, Leitungskreis Offene Kirche Stuttgart


Sie sind herzlich eingeladen!

Um uns die Planungen zu erleichtern bitten wir Sie um eine kurze Voranmeldung per E-Mail an frederike.braeuchle@t-online.de – Falls Sie sich jedoch erst kurzfristig für die Teilnahme entscheiden können sind Sie uns natürlich ebenfalls herzlich willkommen!

Im Anschluß an die Podiumsdiskussion (ab 19 Uhr) laden wir Sie zu einem kleinen Stehempfang und freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen.


Download Programm

Offene Kirche Stuttgart_Programm_Jahresempfang_2010

Wegbeschreibung