Evangelisches Jugendwerk Württemberg (ejw) erweitert Bernhäuser Forst

Bernhäuser Forst

Bernhäuser Forst

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (ejw) erweitert seine Bildungsstätte Bernhäuser Forst bei Stuttgart für etwa 7,7 Millionen Euro.  Geplant seien ein neuer Saal für 500 Gäste sowie weitere Tagungsräume. Der Neubau in der Form eines Fischs solle im September 2011 eröffnet werden, sagte Geschäftsführer Marcus Witzke am Mittwoch vor Medienvertretern. Die Finanzierung übernimmt die Landeskirche.

Nach ejw-Angaben nehmen in Württemberg pro Jahr rund 400.000 junge Menschen an Bildungsmaßnahmen und kirchlichen Kinder- und Jugendveranstaltungen teil. Für die 42.500 ehrenamtlichen und mehr als 300 hauptamtlichen Mitarbeiter organisiert das ejw im Bernhäuser Forst in Leinfelden-Echterdingen Fortbildungsveranstaltungen. Die Tagungsstätte verzeichnet pro Jahr 15.000 Übernachtungen und weit über 6.000 Tagesgäste. Auch Journalisten, Hebammen und Wellnesstrainer veranstalten im Bernhäuser Forst regelmäßig Tagungen, andere kirchliche Gruppen wie Kirchengemeinderäte nutzen die Einrichtung ebenfalls für Zusammenkünfte.

Geschäftsführer Witzke wies darauf hin, dass eine Sanierung des 40 Jahre alten Gebäudebestandes teurer geworden wäre als ein Neubau. So müssten heute strengere Hygienevorschriften für die angrenzende Küche eingehalten werden und mit Holzschutzmitteln belastete Baustoffe dürften nicht weiter verwendet werden.

Architekt Michael Keller erläuterte die Konstruktion des Neubaus: Ein zu den Fildern und dem Flughafen Stuttgart offener Saal, in der Mitte ein Atrium und auf der gegenüberliegenden Seite Tagungsräume. Aufgrund verschiedener Raumhöhen habe man sich für ein Dach in der Form einer Welle entschieden. Nun ähnele das Gebäude einem Fisch – einem der ältesten Erkennungszeichen der Christen.

Kritisch äußerte sich Witzke zum Vorhaben der Landeskirche, für die Einrichtungen im Bernhäuser Forst, Stuttgart-Birkach, Bad Urach und Bad Boll ein zentrales Tagungsmanagement einzuführen. Das ejw schreibe mit der Einrichtung bereits seit Jahren schwarze Zahlen. „Ob das dann besser wird, wenn das von einer zentralen Behörde organisiert wird, ist eine spannende Frage“, so Witzke. Die württembergische Landessynode will sich in ihrer Sommertagung mit dem Thema beschäftigen. (Quelle: epd)

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Ergebnisse der Frühjahrstagung der evangelischen Landessynode Würrtemberg

Zum Abschluss ihrer dreitägigen Frühjahrssitzung hat die württembergische evangelische Landessynode ein erweitertes Mitspracherecht für Kirchengemeinden bei der Auswahl ihrer Gemeindepfarrer beschlossen. Das Kirchenparlament votierte am Samstag in Schwäbisch Gmünd dafür, dass Kirchengemeinden künftig im Wahlverfahren zu den drei vom Oberkirchenrat vorgeschlagenen Kandidaten einen eigenen vierten in die Bewerbungen aufnehmen können.

Das Kirchenparlament befürwortet außerdem, das Erntedankfest 2010, das am 3. Oktober mit dem 20. Jahrestag der Deutschen Einheit zusammenfällt, unter einem besonderen Motto zu begehen.  Das Leitthema für diesen Tag wird „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie…“ (Jeremia 29, Vers 7) sein.

Die Präsidentin der Landessynode, Christel Hausding, sagte, die von der Landeskirche eingesetzte Kommission, die eventuellen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs in landeskirchlichen Einrichtungen nachgehen wird, könne bei Bedarf sofort aktiv werden. Eine Beantragte Aktuelle Stunde zum Thema lehnte Hausding jedoch ab mit dem Hinweis, zu diesem schwierigen Thema sei eine Vorbereitung nötig.

Als Gast der Synode kündigte der syrisch-orthodoxe Erzbischof Timotheos Samuel Aktes einen entschlossenen Kampf für die Erhaltung des Klosters Mir Gabriel im Südosten der Türkei an. Er bedankte sich für die Unterstützung aus der evangelischen Kirche.

Schwerpunkt der Synode war ein Klausurtag unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dabei erörterten die 95 Synodenmitglieder, wie die Kirche angesichts sinkender Einnahmen und zurückgehender Mitgliederzahlen im Jahr 2020 aussehen soll. Landesbischof Frank Otfried Judy gab am Vorabend des Klausurtages der Synode Leitlinien auf den Weg, die in Kürze auch veröffentlicht werden sollen.

Der Antrag künftig auch Jugenddelegierte in die Synode zu wählen, wird im Ältestenrat weiter beraten. Ruth Bauer vom Gesprächskreis Offene Kirche sagte, dass bereits bei der Aufstellung von Synodenkandidaten künftig stärker auf die Jüngeren geachtet werden müsste. „Junge Menschen werden gern gewählt, wenn sie sich denn aufstellen lassen“. Der Tagungsort außerhalb des Zentrums Stuttgart habe für die Synodalen gute Arbeitsbedingungen geboten, sagte Ruth Bauer, habe aber auch Chancen bezüglich der Öffentlichkeit vergeben. Sie hatte wenig Besucher bei den öffentlichen Plenarsitzungen beobachtet, was sie jedoch auch auf das vom Klausurtag unterbrochene Programm zurückführt. „Wir sollten eine gute Ausweichmöglichkeit innerhalb Stuttgarts suchen“, so Bauer. (Quelle: epd)

Heidi Essig-Hinz von der Offene Kirche ist neues Mitglied der evangelischen Landessynode Württemberg

Heidi Essig-Hinz, Offene Kirche

Als neues Mitglied der Synode wurde Heidi Essig-Hinz von der Offene Kirche verpflichtet. Sie ist Pfarrerin in Waiblingen-Neustadt und rückt für Wolfgang Traub nach, der mittlerweile als Personaldezernent der Landeskirche arbeitet.

Themen der Frühjahrstagung der evangelischen Landessynode Württemberg

Die Landessynode tagt heute nichtöffentlich. In der öffentlichen Sitzung vom Donnerstag, 11. März, wurden schon einige Tagesordnungspunkte besprochen, die ursprünglich erst für den Samstag vorgesehen waren. Deshalb wird die Synode am 13. März nur noch die Tagesordnungspunkte 19 (Schwerpunkttag 2011: Musik in der Kirche) und 20 (Änderung der Konfirmationsordnung) behandeln. Außerdem werden die zweiten Lesungen der am Donnerstag schon in erster Lesung behandelten Gesetze vorgenommen (TOP 4 und 5). Zudem wird gewählt (TOP 2 und 3).

Die bisher behandelten Themen

Schwerpunkttag Reichtum und Armut

Klimaschutz in der Landeskirche

Tag der Schöpfung nicht mehr am 1. September

Erntedankfest 2010 am 20. Jahrestag der Deutschen Einheit

Staatskirchenrecht für angehende Beamte

Gesprächskreise oder Parteien?

Pfarrstellenbesetzungsgesetz

Situation der Christen in der Türkei

Medien und Kirche

Gedenktag für verfolgte Christen

Heidi Essig-Hinz von der Offenen Kirche ist neue Synodale

Ausführliche Informationen und Dokumente zur Frühjahrssynode finden Sie unter:

www.elk-wue.de/landeskirche/landessynode/fruehjahrstagung-2010/

Start der Frühjahrssynode der evangelischen Kirche Württemberg

An diesem Donnerstag, 11. März, beginnt die Frühjahrssynode in Schwäbisch Gmünd. Bis Samstag werden sich die 95 Synodalen unter anderem mit der Zukunft der württembergischen Landeskirche angesichts schwindender Mitgliederzahlen und Finanzen befassen.

Am Freitag tagt die Synode nicht öffentlich über die Zukunft der Landeskirche. „Für die Diskussion neuer Ideen braucht es auch einmal einen geschützten Raum“, erklärt Pfarrer Christian Tsalos, Pressesprecher der württembergischen Landeskirche. Die Synodalen sollen gemeinsam ein Bild davon entwerfen, wo die Kirche im Jahr 2020 stehen soll. Auf das Ergebnis darf man angesichts des beschränkten Zeitraumes gespannt sein – es bleibt zu hoffen das zumindest die Ergebnisse des Klausurtages den Mitgliedern unserer Landeskirche zugänglich gemacht werden und es sich nicht nur um neue Sparpläne handeln wird.

Ein weiteres Thema ist die Regelung, wie Pfarrstellen in der Landeskirche besetzt werden. Ein Gesetzentwurf sieht mehr Rechte für Kirchengemeinden vor. Sollte der Entwurf eine Mehrheit bekommen, können die Gemeinden selbst einen Kandidaten auf die Bewerberliste setzen und müssen sich nicht mehr mit dem Vorschlag von maximal drei Kandidaten begnügen, den der Oberkirchenrat ihnen vorgibt.

Außerdem entscheiden die Synodalen in Schwäbisch Gmünd, ob sie das Gesetz der EKD zum Schutz des Seelsorgegeheimnisses auch für Württemberg übernehmen wollen. Hier wird interessant sein, ob das württembergische Kirchenparlament auch Diakone als Seelsorger definiert oder dies nur auf Pfarrer beschränkt. Sollten Diakone nicht berücksichtigt werden, droht möglicherweise ein hoher Verwaltungsaufwand da in diesem Fall Einzelfallregelungen notwendig würden.  Weitere Themen sind Klimaschutz und Armutsbekämpfung.

Themen der Frühjahrstagung der Landessynode

Die 14. Landessynode tagt vom 11. bis zum 13. März 2010 in Schwäbisch Gmünd. Auf der Tagesordnung stehen Wahlen, beispielsweise für den Stiftungsrat und den Ausschuss für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit. Außerdem wird ein neues Mitglied der Synode verpflichtet, das die Nachfolge von Wolfgang Traub antritt, der im Januar 2010 als Personaldezernent der Landeskirche eingesetzt wurde und deshalb aus dem Gremium schied. Am 12. März tagt die Synode nicht-öffentlich mit dem Oberkirchenrat.

Die vorläufige Tagesordnung steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Wuerttembergische Landessynode 2010 Tagesordnung (PDF)

Haus Birkach – Denkmal oder Abrisskandidat?

Haus Birkach

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet ist die Zukunft des Tagungszentrums in Birkach wieder ungewiss. Nach dem die Landessynode sich gegen die Schließung des Hauses Birkach entschieden hat fehlen der württembergischen Landeskirche nun angeblich die finanziellen Mittel für die Sanierung und Brandschutzvorkehrungen. Durch den Umbau von Gästezimmern in Büros gelten nun andere Bestimmungen, was den Verantwortlichen sicherlich nicht unbekannt gewesen sein dürfte.

Das für Türen und Wänder verwendete Material entspricht nicht mehr den Standards und muss ausgetauscht werden. Sollte es brennen, bestünde das Risiko, dass Rauch die Fluchtwege vernebelt. Die Stadt Stuttgart hat für die Umbaumaßnahmen eine Frist bis zum August 2011 gesetzt. Ob die neuen Kosten dazu führen könnten, dass das Haus Birkach entgegen dem aktuellen Beschluss der Landessynode geschlossen wird, will der Sprecher Tsalos weder bestätigen noch widerrufen. „Die Gespräche laufen“, sagt er. „Wir haben auf jeden Fall ein Problem, gemeinsam mit der Landeskirche“, sagt Susanne Edel, die Hausleiterin in der Stuttgarter Zeitung. „Natürlich mache ich mir Sorgen.“ Offen habe es noch niemand ausgesprochen, dass das evangelische Tagungszentrum geschlossen werden könnte, „das ist offiziell gerade in einer Grauzone“.

Abgesehen vom Brandschutz – dem größten Kostenpunkt – sind laut Tsalos weitere Sanierungsmaßnahmen für das 1979 eingeweihte Haus Birkach notwendig. Einige Fenster seien undicht.

Und die geschätzten Ausgaben für Haus Birkach könnten zusätzlich steigen. Die Stadt Stuttgart erwägt nämlich, das Studienzentrum unter Denkmalschutz zu stellen. Das würde die geplanten Arbeiten verteuern, sagt Tsalos. Vor wenigen Tagen waren Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde vor Ort und haben sich das Gebäude angeschaut. Die Unterlagen sind nun bei der Denkmalpflege des Landes Baden-Württemberg.

Die Denkmalschützer sind aus zweierlei Gründen auf Haus Birkach aufmerksam geworden. Zum einen „wollte die Landeskirche die rechtlichen Rahmenbedingungen klären“, sagt Christoph Schindelin von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Wofür genau sie diese Information einholte, dazu will sich Schindelin nicht äußern. Heraushören lässt sich, dass eine weitere Lösung für das Millionenproblem sein könnte, das Studienzentrum abzureißen.

Der zweite Anlass für Schindelin und seine Kollegen, das Haus Birkach genauer anzugucken, ist der Architekt Günter Behnisch. Er hat das Gebäude entworfen und „ist ein wichtiger Architekt für Stuttgart“, sagt Schindelin. Daher prüfen die Denkmalschützer zurzeit die verschiedenen Behnisch-Werke. Die Vogelsangschule im Stuttgarter Westen hat bereits einen Denkmaltitel. Was das Haus Birkach angeht, „kann ich nichts zu einer Tendenz sagen, aber es ist schon einer der interessanteren Bauten von Günter Behnisch“, sagt Schindelin.

Im März soll es Neuigkeiten zur Zukunft des Hauses Birkach geben, so hat es die Landeskirche Susanne Edel zugesagt. Bis dahin wird sie nicht müde, „an die Entscheidungsträger heranzutragen“, wie wichtig die Arbeit in Birkach sei. Sie hoffe, dass das wiederholte Hin und Her ums Haus den Alltag nicht zu sehr trübe. „Die Menschen hier tragen deutliche Schäden davon“, sagt sie. Für die neuen Kollegen, die im Laufe des vergangenen Jahres aus dem Kloster Denkendorf nach Birkach umgezogen sind, dürfte das wohl ganz besonders gelten. Die Entscheidung der Synode im Jahr 2008, das Haus Birkach zu behalten, war gleichzeitig die Entscheidung gegen das Kloster.